Freitag, 3. Februar 2017

Dies und Das über Eis und Schnee

Gerade in den letzten Wochen haben wir es erlebt: Wir rutschen bei Eis und Schnee. Warum ist das so?

Glatte Oberflächen gibt es viele, doch nur auf Eis und Schnee wird es so richtig rutschig, nur hier verlieren wir den Halt. Das Phänomen ist uralt und trotzdem gibt es immer noch keine wissenschaftlich eindeutige Erklärung dafür. Eine wesentliche Rolle spielt ein sehr dünner Wasserfilm auf dem Eis, denn der lässt uns rutschen - wie er allerdings entsteht, dafür gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze: die Theorie über eine an sich dünne, flüssige Schicht auf dem Eis, die Theorie der Reibungswärme sowie die Theorie, nach der Druck die Hauptrolle spielt.



Nach der ersten Theorie gibt es von Natur aus eine ganz dünne, für uns unsichtbare Wasserschicht auf dem Eis. Sie wirkt wie ein Schmiermittel  zwischen unseren Schuhen und dem Untergrund. Die Haftreibung, die uns eigentlich standhaft sein lässt, wird durch diesen Wasserfilm extrem vermindert. Selbst wenn die Außentemperaturen unter Null sind, gibt es immer auch diesen Wasserfilm auf dem Eis. Grund sind die Wassermoleküle. Noch bei minus 10 Grad besitzen sie genügend Energie, um sich zu bewegen. Sie suchen nach Partnern, mit denen sie sich verbinden können, finden aber keine, und so entsteht die Unordnung.
Wissenschaftler des Max-Planmck-Instituts für Strömungsforschung in Göttingen konnten 1998 die Beweglichkeit der Wassermoleküle in der obersten Schicht nachweisen. Sie stellten fest, dass sich die
Wassermoleküle in dieser Schicht so stark bewegen, dass sie gar kein Eis mehr sind, sondern eben flüssig.Der dadurch entstehende Flüssigkeitsfilm ist gerade einmal einen millionstel Millimeter dick. Wir erkennen ihn nur daran, dass das Eis extrem rutschig ist.
Zweite Theorie: Reibungswärme. Durch die Kufen der Schlittschuhe oder auch durch die Sohlen von einfachen Straßenschuhen wird das Eis leicht erwärmt. Es ist die Reibung , die das Eis für ganz kurze Zeit zum Schmelzen bringt und so wiederum einen Wasserfilm erzeugt. Die Reibungswärme existiert nicht nur bei Eis, sondern auch bei Schnee. Erst durch diesen Effekt macht Skifahren überhaupt Spaß. Denn erst die Reibungswärme macht ein Gleiten auf dem Schnee möglich. Besonders gut funktioniert das mit unseren heutigen Skiern aus Kunststoff. Sie leiten die Reibungswärme so geschickt an den Schnee ab, dass sie zum Schmelzen des Schnees führt. Ist der Schnee allerdings sehr kalt, wird es schwierig. Hier hilft dann nur noch Wachsen, damit man auf dem Schnee gleiten kann.
Und es gibt noch eine letzte Theorie: Danach soll der Druck maßgeblichen Einfluss auf die Rutschpartien auf dem Eis haben. Danach bringt allein das Gewicht, das über die Kufen oder die Schuhe auf das Eis wirkt, durch den Druck das Eis zum Erwärmen. Dadurch entsteht dann wiederum der Wasserfilm, welcher alles zum Rutschen bringt.
In neuen Veröffentlichungen argumentieren Wissenschaftler allerdings, dass das Gewicht so gut wie keinen Einfluss auf das Rutschen haben kann. Denn es müsste sich schon um ein gewaltiges Gewicht handeln, um überhaupt einen Effekt zu erzielen. Dennoch kann auch diese letzte Theorie noch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Es fehlt einfach der Beweis, dass einer der drei Erklärungsansätze Gültigkeit besitzt. Möglicherweise handelt es sich auch um eine Kombination aus allen drei Ansätzen zusammen.
Wie auch immer, eins steht fest: Es ist der dünne Wasserfilm der obersten Schicht, der uns rutschen lässt. Egal, ob natürlich vorhanden oder durch Reibungswärme oder Druck entstanden.
Das ist wirklich kompliziert.
(Quelle: Phänomene)



Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
bald wird es schnein -
wohl dem, der jetzt noch - Heimat hat!

Nun stehst du starr,
schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
vor Winters in die Welt entflohn?

Die Welt - ein Tor
zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
was du verlorst, macht nirgends halt.

Nun stehst du bleich,
zur Winter-Wanderschaft verflucht,
dem Rauche gleich,
der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr
dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
bald wird es schnein,
weh dem, der keine Heimat hat!

Friedrich Nietzsche (1844-1900)

Kommentare :

  1. Bei uns war es huete morgen dutch regen spiegelglatt, das kommt deine Aufklärung gerade richtig.
    Ich wünsche dir ein schönes rutschfreies Wochenende
    Lieben Inselgruß
    Sheepy

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  2. Liebe Irmi
    interessant diese Aufklärung, wie man zum Rutschen kommt.
    Seit ein paar Tagen ist bei uns in der Früh täglich Glatteis-
    gefahr, die Ambulanzen haben Hochbetrieb und die Autowerkstätten
    sind ausgebucht wie nie. Leider sind die Menschen trotz der widrigen
    Bedingungen einfach unvorsichtig.
    Ich wünsche dir einen fröhlichen Tag.
    LG Sadie

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  3. Moin liebe Irmi,
    das ist eben ein Winter wie früher :-), Das Fedicht ist klasse. Habe gleich KG und wünsche Dir ein Schönes Wochenende, Helga

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  4. Egal wieso es rutschig ist, Hauptsache wir rutschen nicht aus und bleiben alle gesund. Aber man kann vorbeugen und das Gleichgewichtsorgan trainieren, heißt es zumindest in der Geriatrie. Ich möchte es aber nicht darauf ankommen lassen :)

    Liebe Grüße
    Arti

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  5. ich bin immer froh wenn ich nicht hinfalle und gut zu wissen warum das so ist und dahcte shcon frühe rimmer wgeen mein Gewicht das sich eher ausrutsche...
    Danke für das wunderschöne Gedicht mit dazu!
    Schönen Tag dir liebe Irmi
    Lieben Gruss Elke

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  6. Danke für die Erklärung. Ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, weshalb wir aus Eis ausrutschen. Eine schönes Gedicht hast du ausgesucht.
    Ein schönes Wochenende und liebe Grüße
    Elke

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  7. Das ist sehr interessant liebe Irmi. Wie auch immer: Wenn wir auf dem Eis ausrutschen, fallen wir auf den Hintern :)

    Liebe Grüße Sabine

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  8. genau Irmi..egal wie..wenn man PECH hat fällt man..
    DANKE für diesen Beitrag
    mit einem LG vom katerchen

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  9. Liebe Irmi,
    ein sehr aufschlussreicher Post über Schnee und Eis!
    In einigen Landesteilen ist ja wirklich noch richtig Winter, bei uns dagegen sind frühlingshafte 12° ...von Schnee und Eis keine Spur ...
    aber, auf Eis bin ich auch schon ausgerutscht und wo bin ich gelandet? Auf dem Allerwertesten*lach*
    Dein Gedicht gefällt mir wieder besonders gut, eine schöne Wahl, Du Liebe!
    Hab ein wunderschönes Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße und einen lieben Drücker, Deine Claudia ♥

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  10. Spannend, liebe Irmi,
    Eis ist wirklich ein interessantes Phänomen. In der heutigen Zeit, wo es bei sportlichen Einsätzen um tausendstel Sekunden geht, ist das richtige Wachs und das richtige Material sehr oft entscheidend.
    Lieben Gruß
    moni

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  11. Liebe Irmi, ich frage mich immer wie Du auf so tolle Themen kommst, Du denkst vielseitig!
    Bei uns soll es noch mal glatt werden und kalt die nächsten Tage. Nun weiß ich aber warum man rutscht, ausrutschen möchte ich nicht. Früher als Kind war das ein Sport und Spiel, man nannte es schlittern mit Schuhen. Das kann ich heute nicht mehr, Risiko!
    Dir ein schönes rutschfestes Wochenende, Klärchen

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  12. Die Krähen schrein ...
    Liebe Irmi, das ist eins meiner Lieblingslieder. Wir haben das in der Jugend, damals lebte ich noch in der DDR, sehr oft gesungen.

    Wie schön, dass Du das Lied eingestellt hast.

    Ich grüße Dich herzlich
    Barbara

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  13. Oh, erinnere mich bloß nicht an das Rutschen auf Eis! Da hab ich gaaaaanz schlechte Erfahrungen gemacht!! - Trotzdem war es interessant zu lesen, was du dazu herausgefunden hast! LG Martina

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  14. Liebe Irmi,
    Ja für euch alle die wirklich mit Winter zu tun haben, ist es ab und zu gefährlich.
    Pass gut auf dich auf!
    Ganz liebe Grüße,
    Mariette

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  15. Immer noch Schnee am Odenwald? Hier fangen die Schneeglöckchen an zu blühen!
    Bon week-end!
    Astrid

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  16. irgendwie finde ich es beruhigend, dass man noch nicht alles eindeutig erklären kann :-)
    Danke wieder für deinen interessanten Text -
    und auch für das schöne Gedicht von Friedrich Nietzsche

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

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  17. Servus Irmi,
    die Beherrschung dieses "Wasserfilms" ist auch das große Geheimnis der Skihersteller - die Lauffläche so zu Gestalten und zu Wachsen, dass eine hohe Gleitfähigkeit erreicht wird ist hier die große Kunst!
    Ein schönes Wochenende - aber mit bester "Bodenhaftung",
    Luis

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  18. Wieder ein schönes Gedicht. Danke!
    Liebe Grüße!

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  19. Das ist ja sehr interessant, dass man noch nicht alles über das Eis weiß - wußte ich gar nicht.
    Lieben Gruß und ein schönes Wochenende
    Katala

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  20. Das ist sehr interessant, liebe Irmi. Nächste Woche, heißt es, können wir das noch einmal erleben. Ich wäre aber froh, wenn das Eis sich entschließt, wieder komplett zu Wasser zu werden und den Boden zu wässern für die Frühlingsblumen.
    Lieben Gruß
    Sabine

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  21. Liebe Irmi,
    mir geht es wie Martina - ich habe an Eisglätte keine gute Erinnerung!
    Ich habe mir vor mittlerweile 11 Jahren beim Eislaufen die Hand gebrochen - und damals war es mir relativ egal, wieso das Eis glatt war!
    Aus heutiger Sicht würde ich die erste von Dir beschriebene Möglichkeit für die Wahrscheinlichste halten. Denn Eis ist immer glatt - egal, ob man nun darauf herumrutscht oder Druck ausübt. Interessant ist diese Frage durchaus - aber damit sollen sich lieber die Wissenschaftler herumschlagen. ICH meide Eis inzwischen wie der Teufel das Weihwasser! **grins**
    Liebe Grüße und eine schöne Woche!
    Christine

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  22. Liebe Irmi,
    das ist sehr interessant was du da über Eis und Schnee schreibst.
    Bei uns ist es zum Glück nicht mehr rutschig und ich hoffe dass es auch so bleibt.
    In der kommenden Woche wird es wohl nochmal etwwas kühler werden - was soll man machen, es ist halt noch Winter.
    Komm gut in die neue Woche.
    Viele liebe Grüße
    Silke

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  23. Immer wieder faszinierend, wie sowas herausgefunden wird. An einem besteht jedenfalls kein Zweifel: hinfallen tut weh! Ich hoffe, Du fällst nicht hin, sondern hast eine schöne Woche.
    Magdalena

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  24. Liebe Irmi,

    das ist wieder ein informativer post über eine Sache, über deren Hintergründe, dem Wieso und Warum, man sich keine großen Gedanken macht, sondern einfach nur feststellt, dass man sich auf dem Eis nicht halten kann oder eben oft nur sehr schwer.
    Ja, die Skifahrer wissen ganz genau, bei welchen Schneeverhältnissen welches Wachs zum Einsatz kommen muss, damit ein problemloses Gleiten gewährleistet ist.

    Ist man erst einmal hingefallen, weiß man, wie weh das tut. Ich fiel mal in den Bergen beim Abstieg auf eisigen Wegen auf das Steißbein. Halleluja, kann ich nur sagen, ich konnte fast 6 Wochen nicht sitzen.

    Ganz liebe Grüße und dir einen schönen Nachmittag
    Christa

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  25. oh jaa..
    Eisglätte ist tückisch ..
    aber es gibt ein einfaches Mittel wenn man doch raus muss..
    alte Socken über die Schuhe ziehen ;)
    das mit dem Wasserfilm war mir schon bekannt.. ;)
    liebe Grüße
    Rosi

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  26. Hallo und vielen Dank für den tollen Artikel über die Glätte. Bei meiner Bekannten kümmert sich eine Hausbetreuung um diesen Aufgaben. Ich muss schon sagen, dass ist ganz praktisch.

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.