Dienstag, 18. April 2017

Dies und Das über das Essen

Die Osterfeiertage sind Vergangenheit - das Wetter war nicht gerade berauschend. Vielleicht wurde aus diesem Grund etwas zu viel genascht.
Es ist uns bekannt, dass wir ziemlich irrationale Esser sind. Nimmt ein beleibter Kellner unsere Bestellung auf, neigen wir dazu, etwas mehr zu bestellen. Andererseits vertrauen wir fast blind einer gertenschlanken Hollywood-Schauspielerin, wenn sie uns Diätprodukte anbietet. Runde Pralinen kommen uns süßer vor als rechteckige und das Erdbeermousse vom weißen Teller geschmacksintensiver als jenes vom dunklen.
Julien Schon, einer der jüngsten Küchenchefs der hiesigen Region, sieht die Esskultur in Gefahr. Er meint, dass es den meisten nur noch ums Sattwerden geht. Es ist aber doch so, dass das gemeinesame Kochen und Genießen Glücksgefühle beschert. Der Nachwuchs ist schwer zu finden. Die meisten machen die Lehre nicht zuende. Durch die vielen Kochsendungen im Fernsehen kann man den Eindruck gewinnen, dass jeder nur noch Fernsehkoch werden möchte. Das gelingt jedoch den Wenigsten.
Die Heidelberger Buchautorin und Psychologin Diana von Kopp hat mit Melanie Mühl die Welt der Verhaltenspsychologie in Bezug auf unser Essverhalten untersucht und mit  "Die Kunst des klugen Essens" ein sehr unterhaltsames Buch geschrieben. Sie stellten übereinstimmend fest: "Unser Unterbewußtsein nimmt uns gelegentlich das Heft des Handelns aus der Hand". Und sie führen ein überdenkenswertes Beispiel an: Hersteller nennen ihre Produkte  "regional"  oder  "aus kontrolliertem Anbau", obwohl es keine Garantie dafür gibt. Wir aber sind bereit, für solche vermeintlich  grünen Produkte 45 Prozent mehr Geld auszugeben. Dies ist evtl. gerechtfertigt, wenn wir unsere Ware in einem Hofladen kaufen können, also direkt vom Erzeuger.

Die Kunst des klugen Essens: 42 verblüffende Ernährungswahrheiten  


Fünf Köpfe bringen einen guten Salat zustande:
Ein Geizhals, der den Essig träufelt,
ein Verschwender, der das Öl gibt,
ein Weiser, der die Kräuter sammelt,
ein Narr, der sie durcheinander rüttelt,
ein Künstler, der den Salat serviert.
(Jean Anthelme Brillat-Savarin)

Kommentare :

  1. Guten Morgen, meine liebe Irmi,
    ja, die Feiertage sind noch immer für viele ein Anlaß, mächtig aufzutischen. Bei uns ist das schon lange nicht mehr so, wir kochen oder essen das, wonach uns gerade ist. Auch mit Süßigkeiten ist das lange nicht mehr so, wie früher, als man in der Osterzeit einfach mehr davon aß, weil es ja in den Nestern lag *schmunzel*
    Ich finde, es gibt nichts schöneres, als gemeinsam ( oder auch allein )zu kochen, in der Küche zu arbeiten, und dann das Mahl zu geniessen.
    Mit dem Begriff " regional" muss man tatsächlich aufpassen, ich dneke, da wird bei vielen Dingen gemogelt, außer, man kauft wirklich im Hofladen des Vertrauens, auhc, wenn es da dann ein wenig teurer ist.
    Ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche!
    ♥ Allerliebste Grüße und einen herzlichen Drücker, Deine Claudia ♥

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  2. Was du immer alles siehst, liest, findest und uns erzählst.... Unglaublich!
    Das Buch hört sich so interessant an, es wandert auf meine Lektürenliste 😉
    Herzlichst
    yase

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  3. Moin liebe Irmi,
    bei mir wurde nicht genascht :-). War auch viel draussen, aber heute streike ich - es hat geschneit :-(.
    LG Helga

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  4. so wird also der Salt gemacht Irmi..grins..
    DANKE mit einem LG vom katerchen

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  5. Liebe Irmi,

    es wird soviel Beschiss gemacht mit den regionalen und Bio Produkten. Ein Arbeitskollege von meinen Mann hat Gemüse gefahren. Alles von einem Feld, nur verschiedene Kisten, die einen waren Bio und die anderen Normal. So werden die Menschen betrogen.
    Ostern ist vorbei und das normale Leben fängt wieder an. Ich kann aber nicht sagen, das wir mehr geschlämmt hätten wie sonst. Aber so richtig gefaulenzt, das Wetter war auch so danach.

    Viele liebe Grüße von
    Paula

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  6. Bei mir war es wie an anderen Tagen, somit auch nicht mehr oder weniger genascht als sonst. Ich finde es schlimm wie die Menschen für dumm verkauft werden. Allerdings finde ich es auch erschreckend wenn ich "Ausländer" hier sehe die meinen nur die importierte Ware würde was taugen oder nur nach "deutschen Artikeln" suchen. Ich kaufe regional vom Bauern bzw. Bauernmarkt sowie Metzger, und das dann auch saisonal. Das Schöne ist vor allem das die Produkte hier nicht teurer sind als im Supermarkt, einige Lebensmittel sogar günstiger.

    Wünsche dir einen tollen Dienstag und sende viele Grüsse

    N☼va

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    1. Liebe Irmi,
      endlich komme ich dazu dir ein paar liebe Grüße dazulassen.Aber ich fühle mich zur Zeit nicht ganz fit und muss oft Pausen einlegen. Oft bin ich einfach zu platt um noch durch die Blogs zu stöbern. Oft habe ich ein ganz schlechtes Gewissen.
      Ich hoffe du hattest gemütliche Ostertage im Kreise deiner Lieben. Wir hatten die ganze Familie zusammen, das war schön.
      Jetzt wünsche ich dir einen guten Start in die neue Woche.
      Viele liebe Grüße
      Silke

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  7. Hallo Irmi,
    wir haben es mal wieder geschafft, Ostern ist rum. Bei uns ganz normal ohne üppiges "Prassen", wir haben uns satt gegessen und das wars. Z.Zt. ist ja Spargelsaison, frisch bekommt man ihn hier angeboten,morgens gestochen, mittags gegessen frischer gehts nicht, er sättigt macht aber nicht dick. Der Schmuh mit den Bioqualitäten haben, glaube ich, wohl die meisten Menschen durchschaut, denn, soviele Biobauern gibt es garnicht in Deutschland, ich meine jetzt die "echten" Bioanbauer.Das, was Paula geschrieben hat, ist leider Realität, da möchte jeder etwas vom Biokuchen abbekommen.
    Trotzdem, dir eine gute gesunde Woche
    mit kritischen Gedanken, die du uns bitte hier mitteilen möchtest
    lieber Gruß
    von Edith

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  8. Sehr interessant liebe Irmi! Dieses Buch stelle ich auch auf meine Leseliste, zur Zeit lese ich ein passendes Buch: Einfach Essen von Thich Nhat Hanh. Die Sache mit dem Biosiegel ist wirklich so ziemlich der größte Bär, der dem Verbraucher aufgebunden wird. Ein befreundeter Fleischermeister erklärte mir mal, in Großschlachtereien kommen 30 % Biofleisch rein und auch wieder raus, aber es wird nicht unbedingt das Fleisch mit Bio etikettiert, welches auch als bio angeliefert wurden, Hauptsache, es sind 30%. Soviel dazu. Schon traurig, dass man sich mittlerweile über das kleine Satzfragment "ohne Gentechnik" freuen muss...
    Lieben Gruß
    Gabi

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  9. Liebe Irmi das muss ein tolles Buch sein, ja stimmt irgendwie ist es so verdreht udn verrückt was alles so an geboten wird und auch die Rezepte mir kommt es vor alles wird in einenr Pfanne hin ein gelegt und gut ist es...ich habe nichts Ostersachen gekauft irgendwie wird das wie Weihnachten gehalten schon. Ich habe mir lieber paar schöne Blumen auf dne Tsich gestellt und ein gutes Frühstück bereitet zu Ostern!
    Ich wünsche dir einen schönen Tag!
    Lieben Gruss Elke

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  10. Vieles ist Humbuck, ja, das stimmt! Das ist ein interessanter Text wieder von Dir, liebe Irmi!

    Bei uns blieb Alles im Rahmen, wir hatten noch nicht mal Schokoeier im Haus, trotzdem fühle ich mich schwerer, weil durch das unschöne Wetter quasi kaum Bewegung draußen stattfand. ;-( Naja, vielleicht sollte ich aber erwähnen, daß es lecker' Osterkuchen gab. ;-)

    Ich wünsche Dir eine gute Restwoche!
    Liebgruß,
    Tigerle ;)
    =^.^=

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  11. Bei uns gab es einfach Sonntagsessen und ohne Vorspeise oder Dessert und auch keine bunten Schokieier. Wenn wir Lust haben, dann kaufen wir uns dunkle Schokolade und naschen hin und wieder ein Stück.
    Aber Marzipaneier mit Orange habe ich mir vor Ostern gekauft, die waren lecker, jedoch an Ostern alles alle *gg*.

    Liebe Grüße von Mathilda ♥

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  12. Hallo Irmi,
    ist so eine Sache mit dem Essen.
    Wir haben nur regionales auf dem Teller, da der Demeter Gärtner sich im selben Ort befindet,
    bekommen wir jeden Dienstag unsere Bio Kiste und um seinen Kreislauf 100Prozent zu fördern,
    hat er auch Kühe, lupenreines Biofleisch und unser Metzger wohnt im Nachbardorf und auch der
    macht alles von Hand, auch holen wir vom Bauern im Nachbardorf Eier von gückclichen Hühner.
    Unser ältester Sohn ist in der Kochausbildung, nun 2. Lehrjahr. Abbrechen wird er nicht, es
    macht ihm Freude. Wir legen wert auf gesundes, gutes Essen. Das Buch werde ich mir aber trotzdem mal besorgen. So Fastfood oder Fertiggerichte - nee, das geht gar nicht. Dafür koche
    und backe auch ich zu gerne.

    LG Manu

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  13. Liebe Irmi,
    meine Oster-Grippe hat mir den Appetit total vertrieben. Kein Naschereien, nichts hat wirklich geschmeckt, der früher so bekannte und oft zitierte Hunger hat's reingetrieben. Aber jetzt geht es wieder aufwärts, hoffe ich.
    Das Büchlein scheint interessant zu sein und das Spruch über das Salt zubereiten ist Klasse!
    Hab einen guten Rest-Dienstag,
    lieben Gruß
    moni

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  14. Liebe Irmi,
    was für ein passender Post. Gerade an Ostern vergesse ich alle Vernunft :-). Zu lecker sind die bunten Eier!
    Mir würde es schon reichen, wenn ich die Kunst des vernünftig Essens auf Dauer beherrschen würde.
    Lieben Gruß
    Sabine

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  15. Wie wahr deine Zeilen sind, liebe Irmi. Wir leben seit einigen Tagen das Kochen und Speisen zu viert und der Sättigungsfaktor steht wirklich nicht an erster Stelle. Doch anschließend wollen wir wieder zu einem "gesünderen" Maß zurück finden.
    In das Büchlein werden ich unbedingt schauen und das könnte bereits morgen passieren.

    egbert

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  16. Liebste Irmi, bei uns gab es an Ostern Möhren mit Kartöffelchen. Die Teller liebevoll mit Petersilie bestreut ... mit solchen simplen Gerichten sind wir glücklich, nichts fehlt. Allerdings waren wir auch alleine, ich musste viel arbeiten. Ich musste früh lernen aus dem wenigen etwas zu machen. Darum fällt es mir nicht so schwer auf etwas zu verzichten. Less is more, ich hoffe, der Trend geht zurück in diese Richtung. Liebes für dich, von Meisje

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  17. Liebe Irmi,
    Ja den Trick das Produkte aus kontrolliertem Anbau ist nur erfunden um mehr Geld zu erlangen und für was?!
    Na ja, diejenigen die es glauben willen die bezahlen dafür aber wir wissen besser.
    Unsere Eltern haben ihr ganzes Leben Obst und Gemüse angebaut und versteigert also wissen wir einiges darüber.
    Zuviel essen kann man auch sehr gut einschränken wenn man eine bestimmte Routine folgt, entweder nach Maß oder nach Gesundheitsvorschrift. Mir ist es doch nie schwer gefallen.
    Ganz lieber Gruß,
    Mariette

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  18. "Die Osterfeiertage sind Vergangenheit - das Wetter war nicht gerade berauschend." - oh ja, davon kann ich ein Lied singen. Mehr dazu wirst du demnächst in einem meiner Ausflugs-Posts auf meinem Blog finden...

    "Julien Schon, einer der jüngsten Küchenchefs der hiesigen Region, sieht die Esskultur in Gefahr. Er meint, dass es den meisten nur noch ums Sattwerden geht." - wirklich? Also bei mir isst auch das Auge mit. Ein gutes Essen ist viel Wert.

    Liebe Grüße
    Jennifer
    P.S.: mein erster Mode-Beitrag zu meiner neuen Lederhose ist online: http://jennifer-femininundmodisch.blogspot.de/2017/04/chic-auer-haus-chic-im-alltag-daily-chic.html

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.