Dienstag, 13. März 2012

Dies und Das und der stolze Pfau

Heute morgen unterhielten sich zwei größere Schulmädchen wohl über einen Jungen. Die eine meinte: "Dann stolziert er daher wie ein Pfau. So etwas mag ich nicht!" - Und dann waren sie vorbei.



Während der Name vom lateinischen  "pavo"  kommt, hatte das Tier selbst einen wesentlich weiteren Weg. Er stammt aus Indien. Doch bereits die alten Griechen kannten den Pfau als Ziervogel. Sieht man einen balzenden Pfauenhahn, der mit aufgestellten Schwanzfedern sein Rad schlägt und mit hängenden Flügeln und dramatisch zitterndem Fächer vor den Hennen auf und ab stolziert, so wird unmissverständlich, warum er bereits in der Antike als Verkörperung des Hochmuts gilt. In Aesops Fabel vom Pfau und der Dohle steht er als selbstverliebter Blender da und für Ovid ist er ebenfalls ein Ausbund an Stolz. Zwar gibt es in der Spätantike eine zwischenzeitliche Verbesserung seines arg ramponierten Images, da Kirchenvater Augustinus herausgefunden haben wollte, Pfauenfleisch könne nicht verderben, der Vogel sei zu edel und zu rein. (Hört, hört!) Doch spätestens mit dem vernichtenden Urteil des mittelhochdeutschen Dichters Freidank war das Ansehen des stolzen Vogels völlig dahin: "Der Pfau schleicht wie ein Dieb durchs Land, hat Teufels Stimm´ und Engels G´wand."
(Quelle u.a.  "Wo liegt der Hund begraben")

Der Pfau
Der Pfau entwickelt seinen Glanz
oft nur durch seinen schönen Schwanz
was ist das für ein schöner Schweif
farbprächtig Schmetterlingen gleich
 
Viel größer als der ganze Pfau
umrundet er ihn fast genau
wir sehen diesen schönen Schein
begeistern uns, er fängt uns ein
 
Vergleichbar ist das menschlich Leben
 
Es blendet uns der Glanz der Reichen
ob Herzog, Boss, gar nur ein Star
still sie in unser Herze schleichen
ihr Dasein ist ganz wunderbar
 
Bewundernd mit ein wenig Neid
lassen wir Märchen uns erzählen
verpackt in gierend Pressekleid
welche die Stare uns erwählen
 
So wird der Mensch dem Pfauen gleich
von künstlich Schönheit abgelenkt
sieht er nicht mehr den Notbereich
der über uns sein Banner schwenkt
 
Doch lebt der Mensch, das will ich singen,
nicht nur vom Schönheitsglanz allein
es muss dabei vor allen Dingen
viel helfend Menschlichkeit auch sein
(Hartmut Pollack)

Kommentare :

  1. Und ich mag Pfauen sehr gerne, sie sind eher scheu und vorsichtig. Klar, sie sind laut, aber dafür wunderschön :o)

    AntwortenLöschen
  2. Für mich ist der Pfau ein wunderschönes Federvieh,
    seine Federn sind eine wahre Pracht,
    liebe Grüße Anneliese

    AntwortenLöschen
  3. Schade dass ich hier kein Foto einfügen kann. Im Karlsruher Zoo fotografiere ich sie nämlich oft. Vielen Dank für deine Erläuterungen, wieder sehr aufschlußreich. LG Margarethe

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Irmi,

    ja, Pfauen sind wunderschöne edle Tiere und auf die Federn dürfen sie gerne stolz sein;-)

    Liebe Grüße


    Claudia

    AntwortenLöschen
  5. Danke fuer diesen interessanten post und das nette Gedicht Irmi!
    Schau mal bei meinem Blog vorbei - kleine Ueberraschung! :-)
    Ich wuensche Dir einen schoenen Abend!

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Irmi,


    ich kann Stunden mit meiner Cam und entsprechenden Objektiv verbringen, wenn ich bei uns auf dem PfauenHof bin . Das ist wie angeln, nur hat man keinen Fisch am Haken, sondern man wartet geduldig bis dieses wunderschöne Federvieh sein Kleid zeigt...

    Liebe Grüße
    Birgit

    AntwortenLöschen
  7. A beautiful bird!! But an even better poem.

    AntwortenLöschen
  8. als kind bin ich weit gelaufen , nur um einen pfauen sehen zu können. wenn er ein rad schlug, war ich hin und weg. schön bei dir einen zu sehen und die passenden reimworte dazu. lg claudia o.

    AntwortenLöschen
  9. der Pfau als Mensch gesehen so manche sind das auch*zwinker*

    toller Beitrag Irmi!
    Lieben Gruss Elke

    AntwortenLöschen
  10. Ich finde sie ja wunderschön, aber ich möchte keinen in meiner Volière!!
    ♥-liche Grüsse in deinen Abend
    Brigitte

    AntwortenLöschen
  11. :)))
    ich habe früher in einem park immer versucht die verloreren federn aus dem käfig zu angeln :)

    AntwortenLöschen
  12. Liebe Irmi,

    Ich mag deine tiefsinnige Posts! Der Pfau hat in Indien eine sehr grosse Bedeutung. Ich bin grad dabei um gehäkelte Gardienen (von mir entworfen) von Kupfernen Ringe zu versehen und dann auf zu hängen bei eine Freundin aus Indien. Ihr Mann war unserem Internisten, er ist mitlerweile halb-pensioniert und sein Vertreter ist auch aus India. Also Pfau oder Elefanten, Lotusblume, alle sind Abbildungen aus deren Kultur. Schön jedoch, wie auch der Meinung ist.
    Ganz lieber Gruss,

    Mariette

    AntwortenLöschen
  13. Hallo Irmi
    SCHÖN ist er ja..aber sein Geschrei..fürchterlich
    LG vom katerchen

    AntwortenLöschen
  14. Hallo, liebe Irmi,

    danke für deinen Besuch. Hab mich sehr gefreut, dich wieder zu lesen und bin gleich mal hergekommen, um deine interessanten Ausführungen über den Pfau und all das, was mir noch entgangen war, zu lesen.

    Ganz liebe Grüße zu dir
    von der Waldameise

    AntwortenLöschen
  15. wieder schön zu lesen deine Pfau-Ausführungen :-)

    lieber Gruß von Heidi-Trollspecht

    AntwortenLöschen
  16. Ist ja süß, das mit den Schulmädchen, liebe Irmi! :-)
    Ja, der Pfau ist schon was ganz Besonders. Ich hab' ihn schon ein Rad schlagen gesehen, das war eine ganz faszinierende Angelegenheit, einmal im Sommer kurz vor einem Gewitter - eine geradezu elektrisierende Spannung lag in der Luft, dazu das Geflatter des Pfauenrades ...

    Ich freu' mich auch, daß es bei Dir wieder weitergeht. Selbst kann ich derzeit - und das wird sich noch den ganzen Sommer über hinziehen - nur eingeschränkt bloggen. Aber das gibt sich ja wieder, wenn nach dem Umzug dann alles wieder in geregelten Bahnen verläuft.

    Danke für Deine lieben Zeilen und viele liebe Grüße
    Sara

    AntwortenLöschen
  17. Pfauen sind wierglich schöhne Tiere !!! :-)

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.