Sonntag, 28. Dezember 2014

....zwischen den Jahren

......beschreibt die Zeit von Weihnachten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar. Dieser Ausspruch hängt damit zusammen, dass der Termin für den Jahresbeginn lange Zeit unklar war. Mehr als 1500 Jahre lang galt der von Julius Cäsar eingeführte Julianische Kalender, bis Papst Gregor XIII. ihn durch den Gregorianischen ersetzen ließ. Damit der Kalender von Beginn an stimmte, wurden 1582 zehn Tage übersprungen. In katholischen Ländern, die ihn sofort übernahmen, folgte auf Donnerstag, den 4 Oktober, gleich Freitag, der 15. Oktober. Protestantische Christen lehnten den  "Papst-Kalender" ab und blieben lange bei der alten Zeitrechnung. So hatten viele benachbarte Städte unterschiedliche Neujahrstermine, und ihre Bewohner trafen sich  "zwischen den Jahren".
Aberglauben setzte sich fest: Arbeiten wie Wäschewaschen oder Staubwischen waren zu vermeiden. Besuche sollten Freundschaften festigen. Und Träume sollten wahr werden.


Aus Rauhreif ragt ein Gartenhaus,
das schaut so schmuck, so freundlich aus.
Am blanken Giebel schmiegt sich hold
der Wintersonne Abendgold.

Eiszapfen, Scheiben in rotem Glanz,
die Fenster umrahmt von Waldmooskranz.
Blattgrün, Gelbkrokus, ein rosiger Bube
lächeln aus frühlingswarmer Stube.

Kanarienvogel schmettert so hell;
Kinderlachen und Hundegebell.
Klein Hansemann und Ami spielen
Wolfsjagd, sie balgen sich auf den Dielen.

Die Mutter ging holen den Weihnachtsmann,
der klopft an die Türe brummend an.
Und sieh! Vermummt, ein bärtiger Greis.
Ein Sack voll Nüsse, ein Tannenreis.

"Seid ihr auch artig?" - Stumm nicken die Kleinen
und reichen die Patschhand; eins möchte weinen.
Da prasseln die Nüsse, das gibt ein Haschen!
Der süsse Hagel füllt die Taschen - -

Fort ist der Mann. Mit Lampenschein
tritt nun die liebe Mutter herein.
Gejubel: "Der Weihnachtsmann war da!
O, Nüsse hat er gebracht, Mama!"

Den grossen Tisch umringt ein Schwatzen,
Schalenknacken, behaglich Schmatzen.
Die Mutter klatscht in die Hände und zieht
die Spieluhr auf: "Nun singt ein Lied!"

"Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all,
zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall!"
Fromm tönt’s in die frostige Nacht hinaus.
Ein Stern steht selig über dem Haus. -

(Bruno Wille 1860-1928, deutscher Prediger )


Kommentare :

  1. Danke Irmi - nun weiß ich endlich wo der Ausspruch zwischen den Jahren herkommt.
    meinen mutter sagte auch immer Wäsche-waschen zwischen Weihnachten und Neujahr solle Unglück bringen.

    lg und einen schönen Sonntag
    wünscht gabi

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  2. Intressant und ich kenne das auch mit dem Wäsche waschen ... schönen Sonntaggruss Elke

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  3. Sehr interessant. Das Wäsche waschen war damals sicher wesentlich mühsamer und hat mehr Zeit in Anspruch genommen - da hätte man ja dann keine Freunde mehr treffen können. :)

    Ich wünsche Dir eine gute Zeit "zwischen den Jahren" und einen besonders guten Start ins neue Jahr!

    Liebe Grüße

    Silke

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  4. Die Sache mit dem Wäsche waschen war mir auch neu. Heute denkt niemand darüber nach. Ich möchte auch die Wäscheberge nicht sehen, die sich bei unserer Großfamilie nach einer Woche aufgetürmt hätten. LG Martina

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  5. oha zwischen den jahren schaffe ich immer allerhand hausarbeit :P dann sollte ich das lieber auch mal für besuche nutzen ;P
    liebe sonntagsgruesse!

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  6. Liebe Irmi,
    zwischen den Jahren hin oder her...waschen tu ich trotzdem, aber Besuche liegen auch gern drin. :-)
    Heute haben meine Tochter und ich den frisch gefallen Schnee im Wald besucht...wir lieben den ersten richtigen Schnee.

    Schönen Abend und gute Tage...sowie ein sanftes rutschen ins 2015!

    Liebe Grüessli
    Julia

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  7. Liebe Irmi,
    sehr interessant, das wusste ich noch gar nicht. Ich habe mich immer gewundert, wieso man von der Zeit zwischen den Jahren spricht, nun bin ich schlauer.
    Also auf die Hausarbeit würde ich ja sehr gerne verzichten..., aber... ;-)))
    Ich wünsche dir einen guten Rutsch ins Neue Jahr!
    Liebe Grüße von Heike

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  8. Liebe Irmi,
    vielen Dank für die Beschreibung. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich bei dir diese interessanten Artikel lesen kann.
    Ich wünsche dir alles Gute für das nächste Jahr und hoffentlich einen heilen Läppi :-)

    LG Sabine

    www.blingblingover50.de

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  9. Hallo Irmi,
    ja, ich kenne auch einige dieser unsinnigen Regeln, die besagen welche Arbeiten man zwischen den Jahren tunlichst vermeiden sollte!
    LG Heidi

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  10. Liebe Irmi,
    Es ist in die nördliche Hemisphäre auch eine ganz dunkle Zeit zwischen den Jahren... Aber unsere Tage längen sich schon und es geht so schnell, schon ist Weihnachten vorüber und geht es auf Silvesterabend zu!
    Ich wünsche dir eine ruhige und schöne Zeit und schicke viele liebe Grüsse mit.
    Mariette

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  11. Meine liebe Irmi,
    da hast Du wieder interessante Aspekte gefunden ... hätte ich die nur vorher gelesen...ich hab grad Wäsche gewaschen *schmunzel*....
    Ich wünsche Dir eine schöne Zeit bis zum Jahreswechsel!
    Komm gut durch die letzten Tage im alten Jahr!
    ♥ Allerliebste Grüße,Deine Claudia ♥

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  12. Wie immer interessant bei Dir!
    Ich wünsche Dir Alles Liebe zum Jahreswechsel
    und darüber hinaus auch noch! ;-)
    Beste Tigerlegrüße! ;-)
    =^.^=

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  13. Liebe Irmi,
    wieder einmal sehr spannend. Da kommt der Begriff also her, ich nahm bisher an, dass in diesen Tagen endlich einmal offiziell nichts passiert, was ich immer sehr schön fand. Kaum Post, keine Päckchen mehr, keine Termine, keine Schule für die Kinder...wirklich "freie" Tage.
    Für das kommende Jahr wünsche ich Dir, dass sich die Alltagsproblem lösen lassen und die wirklich schweren Sorgen fern bleiben!
    Alles Liebe
    Deine Sarah

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  14. Liebe Irmi,
    danke für die Information, die ich nicht wusste: dass es eine Zeit lang ein ziemliches Kuddelmuddel an Zeitrechnungen gab und daher die Bezeichnung "zwischen den Jahren" stammt. Zu Deinem vorigen Beitrag über den Weihnachtsbaum kann ich noch einen Nachtrag bringen: Wir sahen auf zdf info (oder neo oder kultur?) einen Beitrag über die englische Königsfamilie. Der Ehemann der Queen Victoria war aus der Linie der Deutschen Adligen zu Sachsen-Coburg und Gotha, und aus Coburg gekommen. Der brachte den Weihnachtsbaum auch nach England; und dort trat er ganz schnell auch den Siegeszug an, nachdem ein Bild von der Familie unter dem geschmückten Weihnachtsbaum veröffentlicht wurde.
    Ich wünsche Dir, da ich es an Weihnachten nicht mehr schaffte, wenigstens einen guten Start ins Neue Jahr 2015 und viele schöne Stunden ... und dass alle Unannehmlichkeiten sich in Luft auflösen und alles klappt, was Dir versprochen wurde.
    Ganz liebe Grüße, Irmgard

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  15. Liebe Irmi, weisst Du noch ... vor einem Jahr? Da hat sich Robert immer so fürchterlich aufgeregt über diese Redewendung. Heuer interessiert es ihn gar nicht, komisch!
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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  16. Liebe Irmi,
    das mit dem Wäsche- waschen hab ich grad gestern wieder gehört. "Man sollte keine Wäsche auf der Leine haben, sonst fährt der Teufel in die Unterhosen". Tja...unsere Leine hängt eigentlich immer voll - auch zwischen den Jahren.
    Ich wünsche dir einen guten Start ins neue Jahr,
    viele liebe Grüße, Anke

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  17. Liebe Irmi,
    Ich wünsch Dir einen guten Rutsch ins Jahr 2015!!
    Bis bald grüßt Dich ganz ♥♥♥lich Barbara

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  18. Hallo liebe Irmi
    am Jahresende (fast!) möchte ich schnell noch einmal bei dir vorbeischauen. Das mit dem Wäschewaschen hat meine Mutter früher auch immer zu mir gesagt, aber ich habe trotzdem gewaschen. Und der Teufel war auch nicht in den Unterhosen! :-))
    Fürs neue Jahr wünsche ich dir soviel Glück, wie der Regen Tropfen hat, soviel Liebe wie die Sonne Strahlen hat und soviel Gutes wie der Regenbogen Farben hat!
    Liebe Grüße und einen guten Rutsch,
    Christa

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  19. Liebe Irmi, nun geht 2014 zu ende.
    Das mit dem Wäschewaschen haben meine Eltern nicht eingehalten, wenigstens weiß ich nichts davon.

    Das Gedicht kannte ich gar nicht.
    Dir liebe Irmi wünsche ich alles Gute für das neue Jahr 2015, Gesundheit und Glück.
    Bärbel

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  20. Ich wuensche Dir ein frohes Neues Jahr Irmi. Gesundheit und Freude fuer Dich! :-)

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.