Montag, 4. April 2016

Unnötiges Marschgepäck

Gestern war ich in einen Frauenkreis eingeladen. Das ist eigentlich nicht so mein Ding, aber die Referentin interessierte mich. Und ich habe den Besuch nicht bereut. Sie behandelte ein Thema, das ich so noch nie betrachtet habe: Schuldgefühle!


Schuldgefühle gehören zum Marschgepäck vieler Frauen. Denn die meisten fühlen sich für alles und jeden verantwortlich. Sie wollen alles perfekt machen: Eine tolle Frau sein, eine gute Mutter, beruflichen Erfolg haben, gut aussehen, den Alltag spielend meistern, eine gute  Geliebte  und allen eine gute Freundin sein. Logischerweise klappt das nicht, kann gar nicht klappen. Und dann schleichen sich die berüchtigten Schuldgefühle ein. Und die ständige Angst: Was sagen die anderen über mich?
Besonders Mütter mit Spaß am Beruf halten sich schnell für eine Rabenmutter. Doch es reicht auch schon ein ungeputztes Fenster aus, um diese Empfindungen auszulösen.


Schuldgefühl ist ein deutscher Begriff, den man in anderen Ländern so nicht hören wird. Die Frauen dort würden sich diesen Schuh nicht anziehen. Doch wir tun das. Meist behalten wir ihn sogar lebenslänglich als Ballast am Fuß, anstatt zu sagen: "Ich mache nur das, was ich für richtig halte!"
Wir Frauen müssen verstehen lernen, dass unsere Schuldgefühle gesellschaftlich bedingt sind", mahnte die berühmte Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich einmal in einem Interview. Wir aber meinen, sie seien unabänderlich in uns verankert. Frauen zweifeln an ihren Leistungen, während Männer auch mit nicht vorhandenen Erfolgen Schaum schlagen.

Fazit: Nehmen wir den Kampf gegen überflüssige Schuldgefühle auf. Ich kann nicht alles unterschreiben, aber einiges schon. Ich bereue auch heute noch, dass ich oftmals dem Beruf vor meinem Mann Vorrang gab, einfach geben musste. Er kam einfach zu kurz! Und als ich dann endlich Zeit hatte, wurde er krank.

Dankbare Menschen sind wie fruchtbare Felder;
sie geben das  Empfangene zehnfach zurück.
(August von Kotzebue)



Und last but not least möchte ich
Pippa König

recht herzlich hier am Neckarstrand begrüßen. Ich freue mich sehr, dass du dich niedergelassen hast.

Kommentare :

  1. Seufz, ja, interessante Gedanken.
    Liebe Grüße in die Woche!
    Gine

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  2. Das war bestimmt sehr interessant, warum wir Frauen so ticken. Manchmal ist ja ein Versuch da, aber im Hinterkopf schwirrt doch immer .. eigentlich müsste ich doch erst ...
    Dir einen guten Start in die Woche
    und liebe Inselgrüße Sheepy

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  3. Na, liebe Irmi, sogar eine persönliche Begrüssung?!
    Ja, unzugänglich fühlt man sich jeden Tag. Hat mein Vater mir schon mit der Muttermilch eingebläut, dass wir das blöde Geschlecht sind!
    Ich vermisse Dein Konterfei noch im Bistro?
    http://bistropippa.blogspot.de/
    Alle meine anderen Blogs sind nämlich gelöscht.
    Herzlich P.

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  4. So isses, man sollte sich nicht jeden Schuh anziehen, vor allem nicht wenn er nicht passt. Schlimm auch wenn Menschen sich diese Schuldgefühle einreden lassen, gibt es ja leider auch noch öfters, und das möchte ich nicht unbedingt aufs weibliche Geschlecht beziehen.

    Schönen Wochenbeginn und viele Grüsse

    N☼va

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  5. Liebe Irmi,
    ich denke auch, dass die Frauen eher unter diesen "Schuldgefühlen" leiden und die
    Gesellchaft ist nicht unschuldig daran. Nehmen wir nur heute die Mutter eines Kleinkindes, bleibt sie
    bis 3-4 Jahre zu Hause, ist sie NUR HAUSFRAU, was für ein Wahnsinn, geht sie bald wieder zur Arbeit, weil
    es eben sein muss, dann SCHIEBT sie ihr Kind ab. Ich denke auch, dass es in den eigenen Veranwortungsbereich fällt, wie man damit umgeht und dass es immer mal Dinge im Leben gibt, die man bereut und eben nicht anders gemacht hat, davor ist keiner gefeit, doch
    "Die Schuld verdammt den Täter nicht."
    William Shakespeare
    Ich wünsche dir einen sorgenfreien Wochenstart.
    LG Sadie

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  6. ein interessanter Beitrag, liebe Irmi
    ich denke schuld an unseren Schuldgefühlen ist unsere Erziehung

    lg gabi

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  7. Ja Irmi...... da ist wohl einiges dran. Sehr interessanter Post.

    Liebe Wochenstartgrüße,
    Pamela

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  8. ein schlechtes Gewissen glaube auch wir wurden damit geimpft..könnte ja EINER etwas nicht gut finden an der Art WIE wir uns geben..
    Sich in der Gesellschaft anpassen gut..aber sich nicht der Masse beugen,so versuche ich es und ECKE damit oft an..
    einen LG zum Wochenstart vom katerchen

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  9. Ein sehr guter Beitrag wieder, liebe Irmi!
    Da kann man sich echt mal ein paar Gedanken drüber machen!
    Lieben Gruß
    Gisi

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  10. Ein interessantes Thema liebe Irmi. Ich überlege gerade ob ich ein schlechtes Gewissen habe.
    Gut ich habe festgestellt, das es auch bei mir hin und wieder mal geschiet. Ich finde es aber normal.

    Eine schöne Woche wünscht dir
    Paula

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  11. Ein interessantes Thema und etwas Wahrheit ist daran. Das ist sicher eine Frage der Erziehung.
    Liebe Grüße ud schöne Woche noch
    susa

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  12. Hallo Irmi,
    wie wahr,wie wahr.Deinen Beitrag kann ich voll und ganz unterschreiben.Ich kämpfe schon mein ganz Leben mit Schuldgefühlen.Wollte immer alles perfekt machen und will es jetzt ändern.Wollte die perfekte Tochter,Schwester,Ehefrau,Mutter,Schwiegertochter,Schwägerin,Freundin und was weiß ich nicht noch alles sein.Geht nicht ,irgendeiner bleibt immer auf der Strecke.Habe das endlich erkannt und eingesehen und arbeite an mir.
    Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche und sende
    liebe Grüße Pippi

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  13. Das ist tatsächlich ein so frauen-typisches Ding, das wir hier in Deutschland meistens - bis auf wenige Ausnahmen - übergezogen bekommen. Sicherlich war das eine sehr interessante Veranstaltung, liebe Irmi.
    Von meiner Großelternseite erfuhr ich erfreulicherweise ein anderes Frauenbild. Meine Großeltern waren nicht nur diesbezüglich ihrer Zeit weit voraus.

    Mit sonnigen Grüßen, Heidrun

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  14. Liebe Irmi,
    vielen lieben Dank für diesen Beitrag. Ich halte ihn für sehr wichtig und jeder der damit geplagt ist, sollte sich damit auseinandersetzen.
    Viele liebe Grüße
    Jessica

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  15. Meine liebe Irmi,
    da sprichst Du ein Thema an, da könnte ich auch Bücher füllen, aber, ich habe gelernt , den Schuldgefühlen den Kampf anzusagen und einige auch abzulegen ....:O)
    Ich wünsche Dir noch einen schönen und gemütlichen Nachmittag!
    ♥ Allerliebste Grüße und einen ganz herzlichen Drücker, Deine Claudia ♥

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  16. Liebe Irmi, zwei Zeilen, die mich besonders ansprachen : "Frauenkreis ..... Das ist eigentlich nicht so mein Ding" ... und "Frauen zweifeln an ihren Leistungen, während Männer auch mit nicht vorhandenen Erfolgen Schaum schlagen." Irgendwie sind doch die meisten Frauen so programmiert, daß sie sich alles auf die Schultern packen, auch wenn es zu schwer ist. Das war sicherlich eine interessante Veranstaltung. Mit herzlichen Grüßen Margarethe

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  17. Eine tolle Veranstaltung, das kann ich mir vorstellen, da wäre ich gerne mit Dir mitgegangen.
    Interessantes Thema, danke für den Post
    liebe Grüsse, ich wünsche Dir eine schöne Woche Irmi
    Elisabeth

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  18. Interessantes aber auch schwieriges Thema. Ich war ja Gott sei Dank von diesen Schuldgefühlen nie geplagt, aber wenn ich verheiratet gewesen wäre, könnte ich mir denken, dass auch in da in eine Zwickmühle zwischen Familie und Beruf geraten wäre.

    liebe Grüsse
    Brigitte die Weserkrabbe

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  19. Liebe Irmi,
    ein spannendes Thema, ein toller Vortrag den du besucht hast... ich schliesse mich den anderen an und glaube auch, dass Schuldgefühle eine Erziehungsangelegenheit ist. Als Lernprozess empfinde ich es.
    Dir einen schönen und sonnigen Abend.
    Herzliche Grüsse, Sichtwiese

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  20. Ja, da haben die Frauen hier offensichtlich ein Feld zu beackern. Ich kenne es von meiner Mutter, bei mir selbst auch, obwohl es da schon allgemein besser wurde, aber auch bei jungen Frauen finde ich diesen Trend. Es ist schon manchmal ein bißchen verrückt. Wir Frauen in unserer Familie versuchen ordentlich dagegen zu halten. Humor hilft, wie immer. Ich wünsche Dir eine schöne Woche.
    Magdalena

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  21. Guilt is a terrible thing, so don't let it be. I love the Blackbird at the front of blog Irmi.

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  22. Ja, die Schuldgefühle ... die werden einem meistens schon in der Kindheit eingebläut ... "Was sollen denn die Nachbarn denken" ... wenn du sonntags in Jeans in die Kirche gehst, deine Fenster nicht geputzt sind ... denkst du auch mal wieder daran, dass du noch eine Mutter hast ... dein Bruder kann dies besser und deine Schwester ist viel braver als du ... die Liste lässt sich endlos fortsetzen!
    Aber das Gelernte abzulegen und seine eigenrn Maßstäbe zu benutzen - das ist sehr sehr schwer!

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  23. Hallo Irmi,
    hier bei mir auf dem Dorf ist es noch schwieriger sich davon zu befreien.
    GLG Doris

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  24. Ein wichtiges Thema, das du heute anschneidest, liebe Irma.

    Dass gerade Frauen mit den Schuldgefühlen zu tun und zu kämpfen haben, ist ein von unserer Gesellschaft hausgemachtes Problem. Als Kinder haben wir schon zu hören bekommen, was man als Mädchen nicht tun darf und soll.
    Jungen gegenüber war man stets toleranter, ihnen gestand man einfach mehr zu.
    Christine R. hat hier schon einige Beispiele aufgeführt und es stimmt, man könnte jetzt unendlich ausholen.

    Wichtig ist, dass man letztendlich erkennt, dass man selbst nicht für alles in der Welt verantwortlich ist und schuldig schon gar nicht. Aber ich muss zugeben, auch ich ertappe mich doch immer wieder mal, bestimmte Dinge zu tun, die ich eigentlich nicht wollte.
    Wir lernen ein Leben lang, jeden Tag können wir auch in dieser Beziehung weiter an uns arbeiten.

    Liebe Grüße und eine schöne neue Woche wünscht dir
    Christa

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  25. Hallo Irmi,
    ich finde dieses Thema auch sehr interessant. Seit unserer Kindheit wurden uns Schuldgefühle eingebläut. Sich davon zu lösen erfordert sehr viel Kraft und manches wird man nie mehr los.
    Liebe Grüße von Ingrid

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  26. Liebe Irmi,
    vielen Dank für deinen Besuch bei mir. Schön, dass es dir bei mir gefällt. Ich habe mich auch ein bisschen bei dir umgeschaut und es gefällt mir sehr.Ich komme bestimmt wieder.
    Schuldgefühle! Du meine Güte, hatte ich oft Schuldgefühle, weil mein Mann und ich, sieben Kinder in die Welt gesetzt haben. Wir hatten nie Probleme damit. Wir wünschten sie uns von Herzen und könnten es uns nie anders vorstellen. Wir haben nie gejammert,um Geld oder das wir uns nicht alles leisten konnten. Wir haben nie getrauert, dass wir nicht so oft fortgehen oder Urlaub machen konnten. Oh, nein das übernahmen die Anderen, vorallem die Verwandten. Wie könnt ihr nur... Wieso tut ihr euch das an...und und... da bekam ich Schuldgefühle gegenüber meinen Kindern. Ist es schlimm, dass ihr soviele Geschwister habt. Macht es euch etwas aus, dass wir dort nicht hinfahren können oder dass ihr das nicht bekommt. Die Antwort war jedesmal nein, das macht doch nichts. Wir haben dafür andere Dinge die Andere nicht haben. Das baut auf und obwohl ich mir immer noch manchmal Gedanken mache, die Wäsche ist noch nicht gebügelt oder die Küche ist noch nicht aufgewischt, sehe ich es lockerer als vor ein paar Jahren. Schuldgefühle sind fehl am Platz.
    Die Welt ist auch nicht an einem Tag entstanden.
    Eine wunderschöne Woche und alles Liebe,
    Manuela

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  27. Hallo Irmi,
    bei mir sind es nicht die Schuldgefühle, nein eher eine Unzufriedenheit mit mir selbst, wenn ich Vorgenommenes nicht schaffe! Am Liebsten alles auf einmal und das auch noch am selben Tag und das klappt natürlich meistens nicht!
    Gelernt habe ich allerdings mit der Zeit, mir für Dinge die mir wichtig sind, Zeit zu nehmen.
    LG Heidi

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  28. Schuldgefühle...ich hab es immer auf meine frühkindliche lückenlose katholische Erziehung zurückgeführt. Da wurde viel mit Schuld gearbeitet...
    Übrigens habe ich gehört von Menschen, die ehrenamtlich in der Hospizbewegung tätig sind, dass die meisten Menschen am Ende ihrer Tage als größten Fehler ansehen, dass sie zu viel gearbeitet haben. Bei dir klingt das auch an... Für mich gilt das sowieso ( und den Ärger darüber, wie ich am Ende meiner Lebensarbeitszeit behandelt wurde, habe ich immer noch nicht überwunden ).
    Machen wir es besser am Rest unserer Tage!
    Astrid

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  29. Liebe Irmi,
    Aber es ist der reinster Unsinn das Schuldgefühl nur ein deutscher Begriff ist!
    Ich habe schnell eben via Google 'Guilt Feeling' eingetragen und da kamen 64,900,000 Resultaten: https://www.google.com/search?client=safari&rls=en&q=guilt+feeling+under+women&ie=UTF-8&oe=UTF-8#q=guilt+feeling

    Es ist in jeder Sprache und jeder Kultur genau das gleiche und eine psychologische Quälung die oft unnötig erfahren wird.
    Ganz liebe Grüße,
    Mariette

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  30. Hallo Irmi, schön, dass du dich mal bei mir umgeschaut hast und dir meine Dahlien gefallen haben - die Ernte für 2016 ist schon am Start :-) .
    Dein Beitrag über Schuldgefühle hat mich sehr angesprochen. Jede (!) Kennt sie, jede versucht sie loszuwerden. Ich glaube auch, dass vor allem uns Frauen dieses Gefühl es allen und jedem recht machen zu müssen schon in der Kindheit eingepflanzt wurde. Wahrscheinlich ist es wirklich nur ein Gefühl und die Welt ginge garnicht unter wenn wir mal ein bisschen egoistisch wären. Ich arbeite dran... :-)
    Eine schöne Woche und viele Grüsse, Traudl

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  31. Dann muss ich wohl eine Ausländerin sein, denn den Schuh habe ich mir noch nie angezogen :)
    Ich versuche mein Bestes zu geben und wenn es nicht reicht, ist es eben so aber ich bin deshalb nicht schuldig. Eher waren die Erwartungen der anderen wohl zu hoch.

    Liebe Grüße
    Arti

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  32. Ja so ist es leider oft liebe Irmi. Wir wollen allem gerecht werden. Früher sind nur die Männer arbeiten gegangen und die Frauen kümmerten sich um die Kinder und den Haushalt, Garten, Viehzeug. Heut müssen wir mit arbeiten, denn von einem Gehalt allein kann wohl kaum noch eine Familie leben.
    Doch mit zunehmendem Alter werde ich gelassener. Na und, dann liegt eben Staub. Na und, Fenster putzen kann ich auch noch morgen. Bei Sonnenschein gehe ich lieber hinaus und lasse den Haushalt Haushalt sein. Putzen kann ich auch später noch. Das geht zwar nicht in allen Bereichen, aber in vielen.
    Liebe Grüße von Kerstin.

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.