Mittwoch, 1. November 2017

Dies und Das über das Forschen

Was möchtest du später einmal machen? Vielleicht als Forscherin im Labor arbeiten? Vor rund 120 Jahren konnten Frauen bei uns nicht werden, was sie wollten. Damals durften junge Mädchen kein Abitur machen und auch nicht studieren. Einige haben sich davon aber nicht abhalten lassen. Zu ihnen gehörte Clara Immerwahr.

Bildergebnis für Clara Immerwahr   

Schon als Kind interessierte sie sich für Chemie. Ihr Vater war selbst Chemiker und hat sie stark unterstützt. Um studieren zu können, musste Clara Hürden überwinden. Sie brauchte Sonder-Erlaubnisse. Aber Clara blieb hartnäckig und schaffte es: Sie durfte an die Universität von Breslau. Damals gehörte die Stadt zu Deutschland. Heute liegt sie in Polen.
Am Ende gehörte Clara zu den ersten Frauen, die einen Doktortitel in einem naturwissenschaftlichen Fach erhielten: in Chemie. Das sorgte für Aufsehen. Und noch etwas anderes sorgte für Aufsehen: Clara schnitt sich damals ihre langen Haare ab.Damit wollte sie zeigen, dass Frauen genauso ein Recht auf Bildung und Selbstverwirklichung haben wie Männer.
Doch wie ging es mit ihr weiter? Sie heiratete Fritz Haber. Er war auch Chemiker und zunächst arbeiteten die beiden gemeinsam im Labor. Aber den Kollegen von Fritz Haber gefiel das nicht. Sie wollten keine Frau dabeihaben. Clara konnte nicht mehr als Forscherin arbeiten. Stattdessen musste sie zu Hause bleiben und sich um den Haushalt kümmern.
Währenddessen wurde ihr Mann mit seiner Forschung immer berühmter. Er erforschte zum Beispiel, wie man Giftgas im Krieg einsetzen konnte. Damals begann in Europa der Erste Weltkrieg. Einige Tage nach dem ersten Giftgas-Angriff nahm sich Clara Immerwahr das Leben. Ihr Abschiedsbrief wurde vernichtet, deshalb können wir nur vermuten, warum sie das getan hat. Viel glaubten, sie wollte damit gegen den Einsatz von Giftgas protestieren.
(Quelle: Ausführungen von Gudrun Kammasch, die sich seit Jahren mit dem Leben von Clara Immerwahr beschäftigt.)

Clara Immerwahr wurde am 21.06.1870 in Breslau geboren. Gestorben ist sie am 2. 05.1915 in Berlin.


Am Lachen eines Kindes
erkennt man den Sinn des Lebens
(Ira Pluta)

Kommentare :

  1. Moin liebe Irmi,
    ein interessanter Post - danke dafür. Ich bin froh, in einer anderen Zeit zu sein. Ich habe in der EDV als Operator unter lauter Männern gearbeitet - da war ich immer die "Kleine" :-).
    LG Helga

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  2. Schon erstaunlich, was diese Frau damals erreichen konnte. Bei uns war es noch nicht mal selbstverständlich, ob man zur Realschule oder aufs Gymnasium geht. Die Bücher dazu kosteten viel Geld und das hatte nicht jeder. Meinen Traumberuf konnte ich auch nicht erlernen, bin aber froh, dass meine Kinder ihren Wunschjob nach dem Studium bekamen und darüber glücklich sind.

    Alles Liebe wünscht Mathilda ♥

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  3. Liebe Irmi,
    von dieser Frauenpersönlichkeit habe ich noch nie etwas gehört, deshalb , danke für deine Recherche. Heute kann jeder studieren, wenn man das nötige Geld dazu hat, das hatte ich nicht, leider, so konnte auch ich nicht auf die "Höhere Schule" gehen. Stimme Mathilda zu, schön, dass unsere Kinder ihre Studienwünsche erfüllen konnten.
    Liebe Grüße
    von Edith

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  4. es ist für so selbstverständlich einen Beruf zu ergreifen den wir wollen. Deshalb bewundere ich die Clara, von der ich noch nicht gehört habe, wie sie sich in der Männerdomäne durchgesetzt hat. Hochachtungsvoll und bewundernswert!!
    Gruß zu dir und danke für deinen Post
    heiDE

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  5. Liebe Irmi,
    wir müssen auch heute immer wieder dankbar sein, dass es zu jeder Zeit wirklich starke Frauen gab!
    Lieben Gruß
    moni

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  6. Liebe Irmi, von dieser Chemikerin hatte ich zuvor noch nie gehört. Sehr interessant. Mir ist einmal ein Schreiben aus derselben Zeit untergekommen,warum Frauen nicht Jus (Jura) studieren dürften. Wirklich schlimm!

    LG Kathrin

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  7. Hey Irmi,
    da habe ich ja mal wieder was von dir gelernt.
    Liebste Grüße!

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  8. Liebe Irmi, da hast Du wieder wunderbar recherchiert und Dir Mühe gemacht, auch über die Gedenktage und nun über Clara Immerwahr. Ich kannte sie nicht aber scheinbar hat sie schon für die Umwelt gekämpft.
    Danke für Deinen interessanten Beitrag, herzlichst Klärchen

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  9. Was für eine mutige und gescheite Frau, das hat damals sicher sehr viel Energie gekostet sich gegen viele Vorurteile durchzusetzen, immerhin ist das über 100 Jahre her. Diesen mutigen Frauen haben wir es zu verdanken, dass wir heute frei leben können...ein langer Kampf war das.
    Danke für deine Beitrag!
    Herzlichst, HanLo

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  10. Liebe Irmi, da hast du ein interessantes Thema aufgegriffen. Diese Schicksale wird es aus dieser Zeit bestimmt sehr viele geben. Wissen wir eigentlich wie gut wirs haben?
    LG Margarethe

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  11. Immer wieder findest du neue Geschichten, die zu lesen es sich lohnt!
    Danke
    Herzlichst
    yase

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