Samstag, 4. November 2017

Dies und Das über die Freimaurer

Vor 300 Jahren wurden die Freimaurer in London gegründet - Der Mythos lebt weiter.
Als sich die Mitglieder von vier lokalen Logen am 24. Juni 1717 in der Taverne  "Goose und Gridiron"  in London trafen, war ihnen wohl nicht bewusst, dass dies der Gründungstag der modernen Freimauerei werden sollte. Die geheime Bewegung ist weltumspannend und hat Menschen wie Wolfgang Amadeus Mozart, Friedrich den Großen und Theodor Roosevelt gleichermaßen fasziniert und bewegt. In Deutschland gibt es etwa 15000 Mitglieder in knapp 500 Logen.
Der 24. Juni ist auch Johannistag, der Geburtstag von Johannes dem Täufer, der seit Urzeiten Schutzpatron der Steinmetzgilden ist, aus denen die Logen hervorgingen. Vieles bei den Freimaurern erinnert an religiöse Begriffe und Riten. Das Versammlungshaus heißt Tempel, die Brüder sind zur Tempelarbeit angehalten. Es gibt Rituale, den  "Allmächtigen Baumeister aller Welten" und den Glauben an ein übergeordnetes Wesen.
Bei einem freimaurerischen Ritual muss immer ein Heiliges Buch aufgeschlagen sein. Ob das die Bibel, die Tora oder der Koran ist, das ist zweitrangig. Es gibt Logen, da sind alle drei aufgeschlagen. In den Ritualen in den Tempeln entstehen Dialoge zwischen dem Meister vom Stuhl und anderen Freimaurern. Es geht um philosophische und ethische Themen. Eine Art schauspielerische  Darstellung dessen, was wir als freimaurerische Lehre, als Königliche Kunst betrachten. Erörtert werden die Bedeutung der jahrhundertealten wiederkehrenden Symbole aus der Maurerei wie Winkel, Zirkel, Lot oder Wasserwaage. Die Dialogsituation inspirierte schon Mozart bei der  "Zauberflöte", die als "Freimaurer-Oper"  gilt.

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Ein Blick in die Historie zeigt, dass die Freimaurer eine wichtige gesellschaftspolitische Rolle spielten. Im 18. Jahrhundert waren die Klüfte zwischen den einzelnen Ständen und Konfessionen groß. Man konnte im 18. Jahrhundert kaum Katholiken und Protestanten gesellschaftlich zusammenbringen. Es gab immer noch extrem hohe Konfessionsschranken. Die Freimaurer waren in dieser Zeit ein ganz wichtiges Medium, um in einer freieren Geselligkeitsform solche und andere Schranken zu überwinden. Das Ziel war für die Zeit typisch: Die Vervollkommnung des Menschengeschlechts.
Ob Schauspiel, Attraktion oder elegantes Spiel - für die katholische Kirche ist die Freimaurerei unvereinbar mit ihrer Glaubenslehre. Ein zu undifferenziertes Gottesbild, sakramentsähnliche Handlungen und Rituale, die wie eine Persiflage auf die heilige Messe wirken könnten - all das spricht gegen  die Freimaurerei. Deswegen machte die Glaubenskongregation 1983 nochmals unmissverständlich klar: Die Gläubigen, die freimaurerischen Vereinigungen angehören, befinden sich im Stand schwerer Sünde und können nicht die heilige Kommunion empfangen. Das gilt bis heute.
(Quelle u.a. Ausführungen von Barbara Stollberg-Rilinger , Westfälische Wilhelms-Universität zu Münster)

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Ich bedauere es sehr, dass ich weder meinen Vater noch meinen Bruder  intensiver über die Freimaurer befragen kann. Beide sind tot. Zu Lebzeichen war es kein Thema. Mich haben die Freimaurer aber
zeitlebens interessiert.

"Die Lehre der Freimaurerei war für mich stets
 die ethische Grundlage meines Lebens, Schaffens und Handelns"
(Jean Sibelius)

Kommentare :

  1. Guten Morgen, meine liebste Irmi,
    ja, das ist wahrlich ein interessantes Thema! Danke für diesen informativen Post. Ich habe da zwar auch schon einige Dokus drüber gesehen, kenne mich da aber nicht so mit aus ....
    Hab einen schönen Tag und einen guten Start in ein wunderschönes, gemütliches und fröhliches Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße und einen festen Drücker, Deine Claudia ♥

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  2. Moin liebe Irmi,
    wieder ein sehr interessanter Post - danke dafür.
    LG Helga

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  3. Ein sehr interessantes Thema, liebe Irmi, das mich schon seit vielen Jahrzehnten fasziniert, zumal um die Freimaurerei so ein Geheimnis rankt und die Mitglieder sich - was ihre Rituale betrifft, zum Stillschweigen verpflichtet haben. Außerdem kann nicht jeder Mitglied werden, sondern es werden Personen vorgeschlagen. In der Öffentlichkeit erkennen sie sich untereinander an bestimmt Handzeichen oder einer bestimmten Art der Begrüßung. Man kann vom Gesellen zum Meister aufsteigen, in dem merkwürdige Prüfungen bestanden werden müssen. Das Gleiche gilt für das Aufnahmeritual.
    Ich wüsste auch so gerne so viel mehr über diese Lehre, aber man wird kaum Näheres erfahren. Schade eigentlich ! Geheimnisvoll sind die Freimaurer auf jeden Fall - genau wie die Tempelritter vor 900 Jahren.

    Einen angenehmen Tag und ein ruhiges, gemütliches November-Wochenende wünscht dir mit einem herzlichen Gruß
    Laura, die, so die Zeit reicht, am Wochenende mal wieder ein bisschen über dieses Thema recherchieren wird ;o) !

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  4. Ja, in der Tat ein interessantes Thema und mytisch dazu, vielleicht macht es es deswegen so interessant. Aber als überzeugte Christin bewegt es mich weniger, da gibt es Dinge die greifbarer sind und auch nachvollziehbar.
    Ein schönes Wochenende
    wünscht dir Edith

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  5. Liebe Irmi,
    es ist immer wieder interessant und spannend, sich mit den Freimaurern zu beschäftigen. Der Hauch des Mythos, des Geheimnisvollen schwingt auch in unsere moderne Welt immer noch hinein.
    Lieben Gruß
    moni

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  6. Hochinteressant Liebe Irmi. Toller Beitrag.
    Liebe Grüße und schönes Wochenende
    Susa

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  7. Für so viele Bücher, Filme und Verschwörungstheorien mussten die Freimaurer schon herhalten.
    Liebe Grüße!

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  8. Danke für das interessante Thema, liebe Irmi. Habe gerade spontan mal gesucht und herausgefunden, dass es auch Frauenlogen gibt. Bestimmt noch nicht so lange, früher war das sicherlich undenkbar. Für mich war das Thema Freimauerei immer ein sehr esoterisches, ich kenne das alles nur vom Hörensagen. Hier in diesem Artikel berichtet eine Freimaurerin , ich hoffe es ist ok, wenn ich den link hier reinsetze, sonst lösch meinen Kommentar ruhig :)
    http://www.planet-wissen.de/gesellschaft/organisationen/die_freimaurer/pwiedasgeheimnisistkokoloresinterviewmitderfreimaurerinsylviagraeber100.html
    Lieben Gruß
    Gabi

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  9. Liebe irmi
    Ein sehr interessantes und faszinierendes Thema. Mir geht es wie dir. Mein Großvater war Mitglied bei den Freimaurern. Allerdings hat er nie davon erzählt und hat sich immer in Schweigen gehüllt. Was mich als Kind gerade neugierig gemacht hat.
    Aber es war auch eine andere Zeit. Heute öffnet sich auch eine solch alte und verstaubte Organisation der modernen Welt. Obwohl ich trotzdem denke dass noch vieles verborgen bleibt.
    Liebe Grüsse
    Manu

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  10. Hallo Irmi,
    die Freimaurer sind ein Geheimbund der bis zum heutigen Tag sehr geheimnisvoll ist.
    Niemand weiß wirklich so ganz genau was in den Zusammenkünfen abläuft. Wahrscheinlich ist man gerade deshalb so fasziniert davon?
    LG Heidi

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  11. Liebe Irmi,

    deinen Post über die Freimaurer habe ich leider erst heute gelesen. Das ist sehr interessant. Ich habe im Fernsehen schon so einiges gesehen. Es ging auch darum, das sie am Bau des Völkerschlachtsdenkmal gearbeitet hatten. Das war sehr spannend zu sehen, was damals alles so geschah.
    Danke für den schönen Beitrag.

    Wünsche dir ein sonniges Wochenende
    LG Paula

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  12. Mahlzeit liebe Irmi, ich bin mittlerweile beim Kochen und lese nebenbei die verschiedenen Posts...

    ...interessant und informativ!

    Und Dir wünsche ich ein wunderschönes Wochenende und sende herzliche Grüßle, Heidrun

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  13. Liebe Irmi, die Geschichte der Freimaurer ist total interessant. Unlängst war darüber wieder etwas im Fernsehen. Die Geheimnisse sind dort gut gehütet...

    LG Kathrin

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  14. Liebe Irmi,
    über die Freimaurer wird immer so geheimnisvoll gesprochen...Dein Bericht ist sehr interessant!

    Ich wünsche Dir einen gemütlichen Abend und schicke liebe Drosselgartengrüße mit.
    Herzlich Traudi.♥

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  15. Auch so eine geheimnisvolle Geschichte, die wohl immer ihr Mysterium behalten wird.

    Liebe Irmi, ich wünsch dir einen gemütlichen Sonntag. Bei uns hat es zu regnen begonnen und die Temperaturen sind im Keller.

    Ein lieber Gruß aus der Morgenwiese

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.