Freitag, 23. Juni 2017

Die Welt voller Wunder

Vor über drei Jahren wurde per Zufall in einer Lagerhalle in Texas ein verschollenes Manuskript Bucks zutage gefördert. Nun ist "Die Welt voller Wunder" auf Deutsch erschienen.
 Bildergebnis

Der Roman wurde von ihrem Sohn und Nachlassverwalter Edgar Walsh ediert. Er vermutet, dass seine Mutter das Manuskript kurz vor ihrem Tod im Jahr 1973 verfasste. Mit "Die gute Erde" aus dem Jahr 1931, in dem sie den Aufstieg eines armen chinesischen Bauern zum Großgrundbesitzer beschreibt, landete Buck einen Klassiker. Heute ist das Werk der in China aufgewachsenen Autorin allerdings etwas aus der Mode gekommen. Vielleicht könnte die Neuentdeckung jetzt wieder Interesse an ihr wecken.
"Die Welt voller Wunder" ist ein klassischer Entwicklungsroman. Pearl S. Buck beschreibt den Weg des hochbegabten Rann Colfax vom Heranreifen im Mutterleib bis zu seinem sensationellen Durchbruch als jugendlicher Bestsellerautor. Schon von Kindesbeinen an überragt Rann seine Altersgenossen an Intelligenz und Wissbegier. Eine verzehrende Neugier ist seine Antriebsfeder, sie führt ihn zu immer neuen geistigen Höhenflügen, macht ihn aber auch einsam. Großes Verständnis findet er nur bei seinem Vater, der die außergewöhnliche Intelligenz des Sohnes erkennt und fördert. Doch zu Ranns Unglück stirbt der Vater früh und der Sohn muss allein in die weite Welt hinaus.
Geradezu klassisch lässt Buck ihren Helden verschiedene Stufen der Erkenntnis erklimmen. Zunächst entdeckt er die Sexualität. Ein Lehrer, den Rann verehrt, enttäuscht ihn durch seine unerwünschte homosexuelle Annäherung. Eine jugendliche Witwe, mit der er ein paar Monate auf ihrem Landsitz in England zusammenlebt, führt ihn in die rauschhafte Erotik ein, doch am Ende bleibt nur ein schaler Nachgeschmack zurück. Schließlich lernt Rann in Paris Stephanie kennen. Die Französin mit chinesischen Wurzeln versucht (wie übrigens auch die Autorin selbst), ihre verschiedenen Identitäten miteinander in Einklang zu bringen. Bei ihr erfährt Rann die Liebe, aber auch den Sinn für Schönheit und Kunst.
Als US-Soldat in Korea bekommt Rann Einblick in dunkle Schwarzmarktpraktiken des Militärs, die er in seinem ersten Roman veröffentlicht. Das Buch macht ihn mit einem Schlag berühmt. Wie der Titel schon andeutet, begreift Rann die Welt als eine große Wundertüte, deren Geheimnisse er sich nach und nach aneignet. Es ist das Staunen, das ihn durchs Leben begleitet, die Suche nach Erkenntnis und Vervollkommnung.
Mit überreichen geistigen Gaben gesegnet und materiell bestens abgesichert, ist Ranns Leben geradezu märchenhaft, auch wenn ihm Kümmernisse und Enttäuschungen nicht erspart bleiben. Alles in allem ist Rann ein liebenswerter, aber doch etwas unrealistischer Held und seine Aneignung des Lebens wirkt nicht ganz von dieser Welt. Bucks letztes Buch erscheint wie ein vom Alter verklärter und weichgezeichneter Rückblick der Schriftstellerin auf ihr eigenes, an Erfolgen und außergewöhnlichen Erfahrungen reiches Leben.
(Pearl. S. Buck: "Die Welt voller Wunder", Deutscher Taschenbuch-Verlag, 368 Seiten, 20,50 Euro)



Mit dieser Buchbeschreibung verabschiede ich mich ins Wochenende. Vielleicht ist der/die Eine oder Andere neugierig geworden.

Habt ein paar schöne - nicht zu heiße Tage - Tschüss bis zum Montsg.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Pearl S. Buck

Ich bekam das Buch "Die Welt voller Wunder" von Pearl s. Buck geschenkt. Durch Zufall fand man vor einigen Jahren in einer Lagerhalle in Texas das Manuskript. Nun ist es auch in Deutsch erschienen.
Doch bevor ich das Buch vorstelle, möchte ich zunächst noch einmal an die Schriftstellerin erinnern, die heute längst aus der Mode gekommen ist.

Bildergebnis für Pearl S. Buck 

Pearl S. Buck (1892-1973) war zu Lebzeiten eine der erfolgreichsten und bekanntesten amerikanischen Schriftstellerinnen. Sie publizierte mehr als 80 Bücher und wurde mit dem Literaturnobelpreis und dem Pulitzerpreis ausgezeichnet.

Pearl Sydenstricker Buck wurde am 26. Juni 1892 in Hillsboro / West Virginia geboren. Seit ihrem 5. Lebensmonat wuchs sie in China auf, wo ihre Eltern als Missionare tätig waren. Sie lernte erst Chinesisch sprechen, später Englisch. Sie wurde zunächst von einem Privatlehrer unterrichtet, mit 15 Jahren besuchte sie eine Schule in Shanghai. Von 1910 bis 1914 studierte sie an einem College in den USA.
Im Anschluss an ihr Studium kehrte sie nach China zurück, wo sie 1917 den Universitäts-Professor John Lossing Buck heiratete. Das einzige Kind aus dieser Ehe war geistig behindert. Von 1922 bis 1932 war sie Professorin für englische Literatur an der Universität Nanking. Im Jahr 1932 zog sie in die USA und widmete sich fortan ganz der Schriftstellerei. Seit 1934 lebte sie auf einer kleinen Farm in Pennsylvania.
Im Jahr 1935 ließ sie sich von ihrem Mann scheiden. Grund für die Trennung waren Meinungsverschiedenheiten über die Missionsarbeit in China. Kurz darauf heiratete sie ihren Verleger Richard J. Walsh, mit dem sie fortan in Pennsylvania lebte. Die beiden adoptieren im Laufe der Jahre acht Kinder. Mitte der 1930er Jahre hatte sie sich bereits als eigenwillige Schriftstellerin und engagierte Journalistin etabliert. Für großes Aufsehen sorgte sie u. a. mit einer Artikelserie über das traditionelle und moderne China. Damit gelang es ihr, das Verständnis des Westens für China zu verstärken.
Ihre bei Kritik und Publikum gleichermaßen beliebten Romane erzählen meist von China und dem damals viel diskutierten West-Ost-Gegensatz. Charakteristisch für ihre Bücher ist die tiefe Liebe zu den Menschen und der Gedanke, dass die Völker gleichberechtigt und in Frieden miteinander leben. 1932 wurde sie mit dem Pulitzerpreis gewürdigt. Die Krönung erfuhr ihre literarische Laufbahn 1938, als sie für ihre „epischen Schilderungen des chinesischen Bauernlebens und für ihre biographischen Meisterwerke“ den Nobelpreis für Literatur erhielt. 
Pearl S. Bucks Schreibweise ist geprägt von einem lockeren und unterhaltsamen Erzählstil, der vor allem ihren Romanen bis heute eine geneigte Leserschaft in den USA und in Europa sichert. Ihre meist stark gefühlsbetonten Figuren packen die kleinen und großen Probleme des Lebens mit viel Optimismus an. Die beherrschenden Themen sind: das Leben der einfachen Menschen in China, die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Rassenfrage sowie ihre eigene Biographie. Kritiker monieren häufig den Mangel an einer tiefgreifenden, gesellschaftskritischen Analyse.  
Übrigens hat sie unter dem Pseudonym John Sedges mehrere in Amerika spielende Romane veröffentlicht, wie z. B. „Weiter führt der Weg nach Westen“ (1952), „Frau im Zorn“ (1954) oder „Wer Wind sät“ (1956). An den Erfolg ihrer China-Romane konnte sie damit jedoch nicht anknüpfen. 
Insgesamt veröffentlichte sie über 70 Bücher, darunter Novellen, Kinderbücher, Biographien und geistliche Erbauungsschriften?.
Am 6. März 1973 starb Pearl S. Bruck 80-jährig in Danby / Vermont. Die Einnahmen aus ihrem literarischen Werk stehen restlos der „Pearl-Buck-Foundation“ zur Verfügung, die sich um die illegitimen Kinder amerikanischer Soldaten in asiatischen Ländern kümmert.

Hier nur einige Werke: Das Mädchen Orchidee - Ostwind-Westwind - Die gute Erde. 




Morgen stelle ich das Buch  "Die Welt voller Wunder" vor.

Pearl S. Buck (1892-1973) war zu Lebzeiten eine der erfolgreichsten und bekanntesten amerikanischen Schriftstellerinnen. Sie publizierte mehr als 80 Bücher und wurde mit dem Literaturnobelpreis und dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.
Pearl S. Buck (1892-1973) war zu Lebzeiten eine der erfolgreichsten und bekanntesten amerikanischen Schriftstellerinnen. Sie publizierte mehr als 80 Bücher und wurde mit dem Literaturnobelpreis und dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.
Vor über drei Jahren fand man in einer Lagerhalle das letzte Manuskript der amerikanischen Literaturnobelpreisträgerin Pearl S. Buck. Nun ist „Die Welt voller Wunder“ auf Deutsch erschienen
Die Welt voller Wunder

Mittwoch, 21. Juni 2017

Dies und Das über den Apfel

Augen auf beim Apfelkauf. Man sollt die heimischen Apfelsorten gegenüber Äpfeln aus Australien, Brasilien etc. bevorzugen. Sie haben mehr Vitalstoffe als die weitgereisten.
Äpfel sind wirklich Multitalente, die den Darm sanieren und Halsschmerzen lindern. Nicht umsonst heißt es: "An apple a day, keeps the doctor away". Das besagt, dass schon ein Apfel pro Tag ausreicht, um gesund zu bleiben. Um von sämtlichen positiven Wirkungen profitieren zu können, sollte man die Äpfel allerdings immer mit der Schale verzehren, da hier die meisten Flavonoide sitzen. Äpfel aus dem Supermarkt eignen sich oft nicht zum ungeschälten Verzehr, da sie in der Regel mit Insektiziden, Pestiziden und anderen Chemikalien belastet sind.



Zu medizinischen Zwecken werden ausschließlich die reifen Früchte verwendet. Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Apfels sind:

Fruchtsäuren (vor allem Apfelsäure)
Vitamine A, B, C,
Mineralstoffe (Kalium, Magnesium)
Gerbstoffe
Flavonoide
Pektine

Medizinisch sind vor allem die Pektine, von denen etwa 30% im Apfel enthalten sind, besonders wertvoll. Diese Faserstoffe senken erhöhte Cholesterinwerte, binden Giftstoffe und quellen im Darm
auf. Bei Durchfall binden sie die überschüssige Flüssigkeit und bei Verstopfung dehnen sie durch ihr Aufquellen den Darm, so dass dieser sich leichter entleeren kann.

Hier noch einmal die Anwendungsgebiete:
Durchfall
Verstopfung
Halsschmerzen
Nervosistät
Aktivierung des Stoffwechsels
Blutreinigung


Wie man sieht, müssen es nicht immer Medikamente sein.


Der Apfelbaum gilt als der typische deutsche Obstbaum, dabei stammt er ursprünglich aus Asien. Botanisch gesehen zählt er zu den Rosengewächsen (Rosaceae) und existiert mittlerweile in über 2.000 Sorten. Von Ende April bis in den Mai zeigen sich die weißen und zartrosa gefärbten  Apfelblüten, aus denen die Äpfel wachsen, die zwischen Spätsommer und Herbst reif werden. Der botanische Name  "Malus" bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt  "schlechter", was an den schlechten Ruf des Apfels als biblischer Verführer im Paradies erinnert.

Gegen Halsschmerzen und Heiserkeit ist ein Bratapfel mit etwas Honig ein altbewährtes Hausmittel.

Für schöne Haut reibt man einen Apfel mit der Schale fein und vermischt den Brei mit 1 Teelöffel Keimöl. Diese Mischung auf die gereinigte Haut auftragen, die Maske ca. 15 Minuten einwirken lassen, ehe man sie mit warmen Wasser wieder abwäscht.

Das Grundrezept für Apfelschalentee: Einen Apfel schälen  und die Schalen auf Backpapier trocknen lassen. Die kleingeschnittenen trockenen Schalen mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und dann abseihen.

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 Nicht die Sünde wurde geboren,
als Eva den Apfel pflückte.
Geboren wurde an diesem Tag vielmehr
eine großartige Tugend, Ungehorsam genannt.

Oriana Fallaci



Dienstag, 20. Juni 2017

Morgengedanken

Es ist viel zu früh - ich kann aber nicht mehr schlafen. Der Horizont färbt sich rot. Ein paar Vögel zwitschern und am lautesten gurrt ein Taube. Vertraute Geräusche. Hier und da wird ein Rollladen hochgezogen - aber ansonsten herrscht Stille. Nein, ein Auto saust vorbei. Bestimmt muss der Fahrer oder die Fahrerin zur Arbeit, Ein schöner Gedanke: Ich darf zu Hause bleiben. Kann der angesagten Hitze so entgehen.

 Foto 

Draußen ist es angenehm kühl - wenn es doch so bleiben könnte. Heute mache  ich es umgekehrt:
Zuerst trinke ich eine Tasse Kaffee und dann erst Dusche ich. Es ist noch so früh - und da möchte ich niemanden stören. Bei einem Blick aus dem Fenster sehe ich ein Frauchen mit ihrem Hund Gassi gehen. Ob sie auch nicht schlafen konnte - oder hat der Vierbeiner sie geweckt?
Wie ich da so sitze - meinen Kaffee habe ich mir eingeschenkt - kommt mir das Zitat von Lichtenberg in den Sinn:

Mehr als das Gold hat das Blei 
in der Welt verändert,
und mehr als das Blei in der Flinte
das im Setzkasten.

Bei allem Leid auf dieser Welt, sind das doch tröstliche Worte. Ein gutes Buch lässt uns manches vergessen. Kann uns in eine andere, bessere Welt entführen.

Was mag der Tag uns bringen? Wieder Attentate? Geht es euch auch so, dass man die Nachrichten nicht mehr sehen möchte? Aber man kann und darf die Augen nicht verschließen. Oftmals - ja eigentlich immer öfter - denke ich, dass es gut ist, dass ich schon so alt bin. Was erwartet unsere Jugend? Und erst die Babys die jetzt geboren werden? In was für eine Welt geraten sie? Es ist gut, dass wir nicht alles wissen. 



"Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal."

Dieses Jahrtausende alte Zitat aus dem Talmund bezieht sich auf die naturgesetzmäßige Kette von Folgen, an deren Anfang die Gedanken stehen. Kürzer und treffender lässt sich das Geschehen kaum formulieren, und wenn wir es ernst nehmen wollen, so stehen wir, speziell in unserem Kulturkreis, vor der großen Herausforderung, unser Verhältnis und unsere Sichtweise auf die Gedanken grundlegend zu verändern und zu erweitern.




Für den Optimisten ist das Leben
kein Problem
sondern bereits die Lösung.
(Marcel Pagnol) 


Der Kaffee ist getrunken. Jetzt wird es Zeit, diesen Post einzusetzen. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen angenehmen Tag. Haltet die trüben Gedanken fern von EUCH.

Montag, 19. Juni 2017

Dies und Das über den Pflegedienst

Die Krankenschwester mit der Eule als Haustier und der Laterne als Markenzeichen reformierte das Gesundheitswesen. Florence Nightingale.


Florence Nightingale hatte noch Glück. Sie heißt nach ihrem Geburtsort in Italien, wo die Eltern in Urlaub weilen: Florence nach Florenz, wo sie am 12. Mai 1820 zur Welt kommt. Ihre Schwester wird ein Jahr früher in einem von den alten Griechen gegründeten Vorort Neapels geboren und muss deshalb mit dem Namen Parthenope leben.
Man sieht: Die Nightingales sind bessere Leute, gebildet, reich genug zum Reisen. Die Mädchen erziehen sie zu Hause. Florence glaubt schon als Kind, von Gott berufen zu sein. Um ihren 17. Geburtstag herum weiß sie dann, wozu: Sie will Krankenschwester werden.
Für die Eltern ist es ein Schock: Hübsche, intelligente junge Damen aus gutem Hause werden am besten Ehefrau und Mutter – und nicht Pflegerinnen. Das ist ein Beruf für alte Frauen, die einem zeitgenössischen Klischee zufolge die Finger nicht vom Alkohol lassen können. Krankenhäuser sind damals schmutzig und gefährlich.
Die Eltern schicken Miss Nightingale mit Freunden der Familie auf Reisen durch Europa und nach Ägypten; sie hoffen, sie werde den Berufswunsch vergessen. Doch überall besichtigt Nightingale, neben den obligatorischen Ruinen, Krankenhäuser. Die Eltern haben ein Einsehen und erlauben ihr einen Besuch im Hospital von Pastor Theodor Fliedner und seiner Frau in Kaiserswerth am Rhein, heute ein Stadtteil Düsseldorfs.
Die junge Frau lernt Medikamentenkunde und Wundpflege, sieht Amputationen zu, kümmert sich um Sterbende. Sie ist glücklich: "Jetzt weiß ich, was es heißt, das Leben zu lieben", schreibt sie. In London verschafft Florences Mutter ihr eine gehobene Stelle in einem privaten Pflegeheim für vornehme Frauen. Ihr Vater gesteht ihr eine Leibrente zu, von der sie gut leben kann.
Im Sommer 1854 tritt Großbritannien an der Seite Frankreichs und der Türkei in den Krimkrieg gegen Russland ein, den ersten der brutalen, industriellen Kriege der Neuzeit. Bald landen Schiffe voller Verwundeter im britischen Hauptquartier in Scutari, dem heutigen Stadtteil Üsküdar von Istanbul. Als die Times schreibt, im Lazarett stürben mehr Soldaten vor Kälte, an Typhus, Cholera und Ruhr als durch feindliche Angriffe auf dem Schlachtfeld, ist die Öffentlichkeit empört. 

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Auf ihren Reisen hat Nightingale den Liberalen-Politiker Sidney Herbert kennengelernt, hat mit seiner Frau Elizabeth Krankenhäuser besichtigt. Jetzt ist Herbert Kriegsminister. Er schickt Nightingale und 38 von ihr angeleitete Frauen nach Scutari. Die Militärärzte nehmen die Frauen nicht eben begeistert auf, doch sie werden gebraucht: Nach schweren Kämpfen kommen immer mehr Verwundete an.
Im Lazarett fehlt es an allem, an Platz, Nahrung, Decken, Betten. Nightingale übernimmt die Organisation, teilt Krankenschwestern und Soldatenfrauen zur Pflege ein, aber auch zum Waschen der Kleidung und des Bettzeugs, zum Toilettendienst. Sie bombardiert Kriegsminister Herbert mit Bitten um Nachschub, kauft von eigenem Geld und aus einem von der Times angeregten Fonds Waschbürsten und Eimer, Decken, Bettpfannen, sogar Operationstische.
Dann erkrankt Nightingale selbst: Im Frühling 1855 stirbt sie fast am "Krim-Fieber", einer Bakterieninfektion . Sie erholt sich nie ganz, doch sie bleibt bis Kriegsende in Scutari, arbeitet weiter. Die Soldaten verehren sie – und das macht Nightingale daheim in Großbritannien berühmt. Zudem tragen clevere Geschäftsleute zur Bekanntheit der Krankenschwester bei: Mehr oder weniger erkennbare Florence-Bilder zieren Papiertüten und Souvenirs, sogar Tonfigürchen werden verkauft. 

Unter dem falschen Namen "Miss Smith" reist die Krankenschwester bei Kriegsende nach Hause, um den Reportern zu entgehen. Sie ist mager, kränklich, erschöpft. Selten tritt sie öffentlich auf, aber sie nutzt ihre Berühmtheit, um Lobbyarbeit für Gesundheitsreformen zu betreiben. Bei einer Audienz mit Queen Victoria erreicht sie die Einsetzung einer königlichen Kommission, die Mängel im Gesundheitswesen benennen und beheben soll, später folgt ein ähnliches Gremium für Indien.
Nightingales Ansatz ist ganzheitliche Medizin avant la lettre: Sie bezieht die Lebensumstände der Menschen, ihre Ernährung und Wohnverhältnisse ebenso ein wie ihren psychischen und physischen Zustand. Vor allem betont sie die Bedeutung von Hygiene und Desinfektion. Und sie denkt darüber nach, wie Krankenhäuser gebaut sein müssen, um sie effektiv und hygienisch führen zu können.
Nightingale legt die Grundlagen einer professionellen Krankenpflege in Theorie und Praxis: Mit Geld, das während des Krimkrieges in ihrem Namen eingesammelt wurde, eröffnet sie 1860 eine Pflegeschule, die Nightingale School im St.-Thomas-Hospital, heute ein Teil des King’s College in London.
Immer wieder meldet sich Nightingales Krankheit. Sie fürchtet stets, der Tod sei nah, stachelt sich selbst und andere zu neuen Leistungen an. Sie veröffentlicht mehr als 200 Bücher und andere Schriften. Queen Victoria verleiht ihr 1883 das Royal Red Cross, und 1907 erhält Nightingale als erste Frau den Verdienstorden Order of Merit. Florence Nightingale stirbt am 13. August 1910 friedlich im Schlaf – mit immerhin 90 Jahren. 
(Quelle: Buch: Florence Nightingale von ihr selbst)

Ich freue mich sehr, dass

Edith

an den Neckarstrand gefunden hat. Herzlich Willkommen und fühl dich wohl hier.

Samstag, 17. Juni 2017

Mal wieder so Allerlei

Diese Woche möchte ich wieder einmal mit ein paar Dingen beschließen, die man nicht unbedingt wissen muss.

Warum kommt man eigentlich vom Regen in die Traufe?
Die Redewendung betont die auch als Traufe bekannte Tropfkante am Dach eines Gebäudes. Dort fließt während eines Niederschlags das Regenwasser vom Dach ab. Wer sich nun versehentlich unter die Traufe stellt, bekommt mehr Wasser ab als im Regen. Man gerät also von einer unangenehmen in eine noch unangenehmere Situation.
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Woher kommt der Panama-Hut?
Der handgeflochtene Strohhut stammt ursprünglich aus dem südamerkanischen Staat Ecuador. Da im 19. Jahrhundert jedoch alle für die USA bestimmten Waren in Panama verzollt wurden, bürgerte sich die Bezeichnung  "Panama-Hut"  ein. Auch US-Präsident Theodore Roosevelt trug ihn bei einer  Besichtigung des Panamakanals 1906.

Seit wann gibt es Unterhosen?
Kaum vorstellbar: Bis 1870 trugen die Menschen keine Unterhosen. Als Ersatz diente meist ein langes Unterhemd. Erst Ende des 19. Jahrhunderts setzte sich zunächst die lange Unterhose durch,
ehe im 20. Jahrhundert kürzere Modelle den Markt eroberten..

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Weshalb schmecken Tränen so salzig?
Die "vergossene" Flüssigkeit erfüllt wichtige Funktionen: So beschleunigen Tränen nicht nur die Wundheilung. Sie versorgen auch die Horn- und Bindehaut des Auges mit Sauerstoff. Möglich ist dies durch die enthaltenen Mineralien, die wiederum salzig schmecken und zudem Bakterien bekämpfen.


Unser Leben kann nicht immer
voll Freude, aber immer voll Liebe sein.
(Deutsches Sprichwort)

Habt ein schönes Wochenende, ihr Lieben. Bis Montag in alter Frische.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Fronleichnam

Anders, als es der mittelalterliche Name vermuten lässt, geht es an diesem Tag um den lebendigen Leib Christi.
Am 60. Tag nach Ostern - am zweiten Donnerstag nach Pfingsten -  feiern die Katholiken Fronleichnam, das "Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi". Doch wissen immer weniger Menschen – seien sie nun getauft oder nicht –, was da eigentlich gefeiert wird. Schlimmer noch: Wenn sie davon hören, dass Brot und Wein zu Leib und Blut Christi werden, dann winken viele ab und bezeichnen es womöglich als "Hokuspokus". Was also hat es damit auf sich, wenn die Christen die wahrhafte Gegenwart des Gottessohns in der heiligen Eucharistie feiern?


Als Brot des Lebens, als gewandelte Hostie steht Christus selbst im Mittelpunkt der prunkvollen Fronleichnamsprozessionen. Dafür steht auch der ungewöhnliche Name Fronleichnams, denn im Althochdeutschen steht "fron" für "Herr" und "lichnam" für "Leib". Eine wichtige Rolle spielt dabei die Hostie: auf den ersten Blick nur eine kleine unscheinbare Oblate - doch für gläubige Katholiken wird sie durch die Wandlung im Gottesdienst zum "Leib Christi".
Das geht zurück auf das letzte Abendmahl, als Jesus den Aposteln Brot austeilte mit den Worten "Das ist mein Leib". Dieses Geheimnis des "heiligen Brotes" steht auch im Mittelpunkt der feierlichen Fronleichnamsprozessionen, bei denen die Hostie in einer Monstranz durch die Straßen getragen wird.
Bevor die Hostie aber ihrer eigentlichen Bestimmung zukommt, wird sie ganz normal gebacken - einfach mit Mehl und Wasser. Zum Beispiel beliefert die Benediktinerinnenabtei St. Gertrud im Kloster Alexanderdorf bei Berlin Gemeinden in ganz Deutschland. 


Die Entstehung des Fronleichnamsfestes ist recht genau datiert: Der Überlieferung nach hatte eine junge Augustinernonne namens Juliana von Lüttich im Jahr 1209 eine Vision. Der Mond hatte einen Fleck, und dieser Fleck, so soll es Christus ihr erklärt haben, sei das im Kirchenkalender noch fehlende Fest zur Verehrung des Altarsakraments. Schon 1246 wurde das Fest Fronleichnam in Lüttich zum ersten Mal gefeiert. Ein Jahr nach dem eucharistischen Blutwunder von Bolsena (Mittelitalien) erklärte Papst Urban IV. Fronleichnam am 11. August 1264 zum offiziellen kirchlichen Hochfest des Leibes und Blutes Christi. Zuvor war Urban Erzdiakon in Lüttich.
In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts kam es auch in Deutschland zu den ersten Fronleichnamsprozessionen. Im Mittelalter hat sich der Brauch vielerorts weit verbreitet.



Als kleines Mädchen fand ich die Prozessionen  aufregend. Da habe ich die kleinen Mädchen in ihren weißen Kleidchen, geschmückt mit Kränzchen und einem mit Blütenblättern gefüllten Körbchen sehr beneidet. Als Protestantin war mir ein solcher Pomp fremd. Da wusste ich auch nichts um die Bedeutung desTages. 
(Quelle u.a. Heiligenlexikon)