Donnerstag, 19. Januar 2017

Herzlichen Dank.....

....für die vielen Glückwünsche zu meinem Geburtstag. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Erstaunt war ich darüber, woher man es wusste. Ich habe es wirklich nicht an die große Glocke gehängt.


Ich habe viele runde Geburtstage erlebt. Aber dieser war doch ganz anders. Mit 70 denkt man: Du hast vielleicht noch 10 gute Jahre vor dir, wenn dir das Glück hold ist. Aber nun  ist die 8 davor und ich habe darüber nachgedacht, dass man jetzt wirklich von Tag zu Tag denken muss. Ich bin dankbar dafür, dass ich 80 Jahre alt werden durfte. Eigentlich schon ein biblisches Alter.
Es liegt mir fern, mit den Jahren zu kokettieren. Das überlass ich Anderen. Ich denke mir meist meinen Teil und sage mir: Auch für dich kommt der Tag, an dem du nicht mehr alles machen kannst! Die meisten fallen dann in ein tiefes Loch.
Auch in meinem Leben gab es dunkle Stunden, Leid und Tränen. Wichtig ist es, dass man gestärkt daraus hervorgeht und sich nicht hängen lässt. Als ich meine Krebsdiagnose bekam, dachte ich zunächst: Jetzt ist alles aus! Aber nach drei Tagen wusste ich, dass ich kämpfen würde. Ich konnte den Krebs zwar nicht besiegen, aber noch lebe ich! Und das gedenke ich auch noch möglichst lange zu tun. Es gibt Tage, an denen es mir mehr schlecht als recht geht. Bislang konnte ich mich immer wieder aufrappeln - und dafür bin ich wirklich dankbar. Das sind Tage und manchmal auch Wochen, 
wo ich eure Blogs nur lese und nicht kommentiere, weil es mir einfach zu schwer fällt. Aber ich werde das Bloggen auf keinen Fall aufgeben! Noch nicht! Wer das nicht versteht und sich zurückzieht - ich kann das nicht ändern.
Ich habe mir fest vorgenommen, meinen inneren Schweinehund zu besiegen, ja gar nicht auf ihn zu hören, und öfter mit meinem Rollator rauszugehen. In ganz kleinen Schritten könnte wieder mehr Sicherheit und Kraft zurückkommen. Mal sehen. Für ein solches Vorhaben ist der Januar zwar nicht geeignet, aber es wird auch wieder besser mit dem Wetter. Ein Risiko gehe ich nicht ein. Fallen möchte ich auf keinen Fall.


Wow, jetzt habe ich meine Gedanken dargelegt - zumindest einige. Eigentlich schreibe ich nicht gern über mich. Aber an einem solchen Tag sei es mir verziehen.

 Nicht so einfach
Das Alter mit Humor zu tragen
ist eine Kunst, die jedermann
in seinen späten Lebenstagen,
wenn er noch will, erlernen kann.

Setzt man des morgens die Perücke,
gegebenenfalls auch das Toupet,
auf eine Haarbedeckungslücke,
tut das dem Eigenstolz nicht weh.

Drückt man sich Schalen auf die Augen,
die ja für beiderlei Geschlecht
nach langen Jahren nicht mehr taugen,
ist dieses ebenfalls nicht schlecht.

Putzt man mit Bürsten die Prothesen
und streut ein Haftungspulver drauf,
nimmt statt der Zähne, die gewesen,
man dieses klaglos auch in Kauf.

Es bliebe übrig, nach dem Baden,
mit Vorsicht finde dieses statt,
den Herzschrittmacher aufzuladen,
sofern man einen solchen hat.

Man könnte alles das erweitern,
wovon man sonst nicht gerne spricht,
doch sich dabei noch zu erheitern ?
So einfach ist die Sache nicht.
Hermann Lausberg  (Menelaus)


Mittwoch, 18. Januar 2017

Studien haben es bewiesen.......

....Verzeihen macht gesund!
"Das werde ich dir nie verzeihen!" Diesen Satz hat wohl jeder schon einmal gesagt oder zumindest gedacht. Wir glauben, dass wir den Menschen, der uns verletzt hat, damit bestrafen, wenn wir ihm nicht vergeben.
Damit ist das Nicht-verzeihen-Wollen eine Art Rache für erlittene Demütigungen, seelische Schmerzen oder Schmach. Nur bedenken wir dabei meist  eines nicht: Am meisten bestrafen wir mit dieser Haltung uns selbst, denn wir halten damit die Gedanken an das, was uns angetan wurde, ständig wach. So zwingen wir uns regelrecht dazu, nicht vergessen zu können und rühren immer wieder in der schmerzenden Wunde. Da sich auch jeder Gedanke auf den Körper auswirkt, haben die bitteren Gefühle Auswirkungen auf die Gesundheit. Verletzte Gefühle und Enttäuschungen werden dabei als enorme körperliche Belastung empfunden. Andauernde Wut, ständige Frustration und Rachegedanken können sich negativ auf die Herzfrequenz, den Blutdruck und das Immunsystem auswirken.
Was passiert, wenn wir nicht verzeihen können?
Die Gedanken kreisen immer wieder um den kränkenden Vorfall.
Wir verbannen den Verursacher der Kränkung aus unserem Leben.
Negative Gefühle wie Wut, Rachegelüste, Verbitterung und Hass nisten sich ein.
Der Körper reagiert mit psychosomatischen Beschwerden wie Bluthochdruck, Schlafstörungen und/
oder mit Abwehrschwäche.
Das Risiko für Herzerkrankungen und Depressionen steigt.
Wenn man darüber nachdenkt kommt der Gedanke: Warum nehmen wir das alles in Kauf? Meistens weil wir aus falsch verstandenem Stolz befürchten, unser Gesicht zu verlieren, wenn wir von uns aus auf den anderen zugehen.

Was ärgert oder kränkt uns so sehr?
Man sollte noch einmal in aller Ruhe die Situation überdenken, die wir bislang nicht verzeihen konnten. Man muss in sich gehen und sich fragen: Was habe ich selbst dazu beigetragen, dass es zu diese Verletzung kam. 


Die Entscheidung zu verzeihen, fällt nicht leicht. Es sind innere Widerstände zu überbrücken. Es dauert eine ganze Weile, bis wir zu dem Schritt endgültig bereit sind.

Es hat sehr lange gedauert, bis ich "Verzeihen"  konnte. Aber mit zunehmendem Alter wird es immer leichter. Man sagt nicht umsonst, dass das Alter weiser macht.


Es ist unglaublich,
wie viel Kraft die Seele
dem Körper zu verzeihen vermag.
(Wilhelm von Humboldt)

Montag, 16. Januar 2017

Eine Stunde Zeit kann so viel bedeuten

Ein kleines Mädchen ging zu ihrem Vater und fragte ihn: "Was verdienst  du in einer Stunde?" Der Vater, der gerade vor seinem Computer saß und an einer Präsentation arbeitete, reagierte gereizt und keifte zurück: "Man fragt doch nicht was jemand verdient, so etwas tut man nicht!" Traurig verließ das Mädchen das Büro. Der Vater hatte durch sein harsches Verhalten aber dann doch ein schlechtes Gewissen und ging in das Zimmer seiner Tochter. "Wenn du es wirklich wissen willst, ich verdiene etwas 30 Euro in der Stunde." Die Tochter begann den Vater anzubetteln:  "Bekomme ich 20 Euro von Dir? Ich brauche das Geld unbedingt!"





Der Vater war überrascht und gab der Bitte schließlich nach, da es seiner Tochter wirklich wichtig zu sein schien. Er wollte aber von ihr wissen, was sie denn mit dem Geld tun wollte. Freudestrahlend holte das Mädchen eine kleine Box hervor, in der sich bereits 10 Euro befanden. Der Vater wurde wieder ärgerlich: "Warum wolltest du denn Geld von mir haben, wenn du doch schon welches hattest? Nur um wieder dummes Spielzeug zu kaufen von meinem hart verdienten Geld?" Das Mädchen stammelte kleinlaut zurück:  "Ich hatte einfach noch nicht genug beisammen. Jetzt kann ich mir eine Stunde kaufen, um mit dir Zeit zu verbringen." Dem Vater stiegen Tränen in die Augen und er umarmte seine Tochter. Er hatte in dieser Sekunde begriffen, dass das wichtigste Geschenk für seine Tochter die gemeinsame Zeit war.
Diese kleine Geschichte hat sich wirklich so zugetragen. Es bleibt zu hoffen, dass der Vater das nicht wieder vergisst.




Träume nicht dein Leben,
sondern lebe deinen Traum.
(Verfasser unbekannt)

Samstag, 14. Januar 2017

Dies und Das über Moringa

Der Moringa-Baum, aufgrund seiner vielfältigen Fähigkeiten auch  "Baum des Lebens"  oder  "Wunderbaum"  genannt, hat in der indischen Heilkunst Ayurveda schon lange Tradition. Moringa zählt zu den vital- und  nährstoffreichsten Pflanzen der Erde und kann unsere Ernährung in vielerlei Hinsicht bereichern.
Neben zahlreichen sekundären Pflanzenstoffen enthält Moringa einen hohen Anteil an
Antioxidantien, Proteinen, Vitaminen und Mineralien. Und immer häufiger wird Moringa sogar als  "Baum des 21. Jahrhunderts"  bezeichnet.
Der Moringa-Baum trägt den wissenschaftlichen Namen Moringa Oleifera. Übersetzt heisst das  "Baum der Unsterblichkeit". Diesen Namen verdankt er seiner Genügsamkeit und Robustheit. Selbst bei Dürre und unter schlechtesten Bodenbedingungen, allein mit Wärme und Licht, kann er überleben.
Der Ursprung des Moringa-Baumes liegt am Fuße des Himalaja. Schon vor 5000 Jahren kannte man dort seine heilende Wirkung. Praktisch angewendet wurde das Wissen um die heilende Wirkung dieser vielseitigen Pflanze erstmals in der traditionellen Heilkunde Indiens, in der Ayurvedischen Medizin. Bereits damals dienten mit Blattpulver gefüllte Kapseln als wichtiges Heilmittel.
Während der Kolonialzeit entdeckten die Engländer den Moringa Oleifera wegen seines scharfwürzigen Geschmacks als Meerrettichersatz und brachten ihn in andere Teiles unseres Globus. Heute wächst Moringa in beinahe allen tropischen und subtropischen Gebieten.
Dass die Bestandteile des Moringa-Baumes wissenschaftlich untersucht wurden, ist vor allem den Forschungen von Prof.Dr.Klaus Becker der Universität Hohenheim und den Untersuchungen von Lowell J.Fuglie vom Church World Service aus dem Senegal zu verdanken.
In einigen Kulturkreisen wird Moringa als Allheilmittel oder lateinisch  "Panacea"  bezeichnet. Das griechische Wort Panakeia, aus dem sich das Wort Panacea ableitet, bedeutet  "alles heilend". In der  griechischen Mythologie gilt die Göttin Panakeia als die Personifizierung des Heilens mittels Heilpflanzen.
Sowohl die frischen als auch die getrockneten Blätter dienen in vielen Entwicklungsländern der Bekämpfung der leider immer noch weit verbreiteten Unterernährung, zur Wasseraufbereitung, aber auch medizinischen Zwecken. Auch in Amerika kennt man die umfassenden Fähigkeiten des Baumes schon lange. Dort hat die Pflanze als Nahrungsergänzungsmittel im Gesundheits- und Wellnessbereich den Status von reinen Vitaminpräparaten schon längst übertroffen.
In unseren Breiten hat man die vielseitige  und auch heilende Wirkung von Moringa erst vor einigen Jahren erkannt. Heute ist die Wunderpflanze auch in Europa als Superfood in aller Munde und als hochgeschätztes Nahrungsergänzungsmittel erhältlich.

Ich könnte noch viel berichten. Aber das würde zu weit führen. Ich kannte diesen Baum auch nicht. 
Durch die Veröffentlichung  von Thorsten Weiss - im  Schirmer Verlag: Moringa- Speise der Götter: Der neu entdeckte Wunderbaum wurde ich aufmerksam.  Höchst interessant zu lesen.




Ich möchte mich ins Wochenende verabschieden. Hoffentlich bleiben die vorausgesagten Schneemassen und das Glatteis aus. Tchüss bis Montag.


Wenn die Zeit kommt, in der man könnte,
ist die vorüber, in der man kann.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Donnerstag, 12. Januar 2017

Zum Lernen ist es nie zu spät

Um jedem Bürger Kenias das Recht auf Bildung zu ermöglichen, schaffte im Jahre 2003 die damalige Regierung des Landes die Schulgebühren ab. Dies hatte einen enormen Andrang von Schülern zur Folge. Unter dem großen Zustrom befand sich auch Kimani Maruge, welcher sich bereits sehr auf die beginnende Schulzeit freute. Doch dieser unterschied sich grundlegend von seinen Mitschülern - er war bereits 84 Jahre alt. Kimani Maruge  wuchs 1920 in Kenia unter ärmlichsten Verhältnissen  auf. Als Kind hatte er nie die Möglichkeit gehabt , eine Schule zu besuchen. Im Mai-Mau-Krieg in den 1950er Jahren kämpfte er für die Unabhängigkeitsbewegung gegen die Kolonialmacht Großbritannien, wo er schlimmsten Folterungen ausgesetzt war.



Endlich - nach Jahrzehnten  vergeblichen Wartens - konnte Kimani Maruge nun eine Schule besuchen und meldete sich voller Vorfreude  für die erste Klasse  der Grundschule an. Sein langersehnter Wunsch ging nun in Erfüllung.
Die Geschichte dieses außergewöhnlichen Schülers blieb nicht unbemerkt und die Medien fingen an, über Kimani Maruge zu berichten. Im Jahr 2005 wurde er sogar von den Vereinten Nationen  eingeladen, um bei der Vollversammlung in New York zu sprechen. Dort hielt er einen vielbeachteten Vortrag über die Bedeutung eines unentgeltlichen Grundschulunterrichtes. Kimani Maruge wurde in seinem Heimatland zum berühmten Botschafter für freie Bildung. Im August 2009 starb er an Krebs. Ungeachtet seiner Krankheit besuchte er noch jeden Tag die Schule, solange es sein gesundheitlicher Zustand zuließ. Obwohl er seinen Schulabschluss nicht schaffte, wurde der Name Kimani Maruge weit über die Grenzen Kenias hinaus bekannt. Sogar ein Film wurde über ihn gedreht. Seine Leidenschaft für Bildung war so außergewöhnlich, dass er vielen Menschen die Bedeutung eines lebenslangen Lernens vermitteln konnte, trotz eines hohen Alters. Für ihn war, wie er einmal sagte, Bildung der Schlüssel zur Freiheit.
Ist das nicht eine wunderbare Motivationsgeschichte?




Das Leben spielt sich immer heute ab,
und heute muss man es auskosten, nützen und genießen,
nicht morgen oder übermorgen.
(Hannelore Frank)

Dienstag, 10. Januar 2017

Man muss es nicht wissen....

... aber interessant ist es doch.

Warum zieht es wie Hechtsuppe?
Im Jiddischen bezeichnet das Wortpaar  "hech soppa"  einen starken Wind oder Sturm. Ob die davon abgeleitete Redewendung wirklich auf einer schlampigen Übertragung ins Deutsche beruht, ist ungewiss. Denn Fischsuppen sollten bekanntlich vor dem Genuss besonders lange ziehen. 

Woher kommt der Ausdruck  "aufgedonnert"?
Frauen, die sich viel Make-up gönnen, sind nicht bei jedem Mann gern gesehen. Deshalb gilt die Umschreibung  "aufgedonnert"  auch heute keineswegs als Kompliment. Der Begriff leitet sich nicht von "Donner", sondern vom italienischen  "donna"  für  "Frau" ab. Die geschminkten Frauen aus dem Süden galten in der Nachkriegszeit als Vorbilder.

Warum beißt die Maus keinen Faden ab?
Zur Entstehung der Redewendung, die eine unabänderliche Tatsache umschreiben soll, gibt es mehrere Deutungen. Die populärste lautet: Um  Nahrungsvorräte vor Mäusen in  Sicherheit zu bringen, wurden diese häufig mit einer Schnur an der Decke befestigt. Dort oben konnte die Maus den Faden garantiert nicht abbeißen.

Was bedeutet Brandschatzen wirklich?
Die Bezeichnung lässt vermuten, dass bereits Feuer gelegt wurde. Dabei wurde das Niederbrennen einst nur angedroht. Denn angreifende Truppen forderten im Mittelalter zunächst nur ein Lösegeld. Brandschatzen bedeutete also  "durch Erpressung Beute machen".

Wer war "Phoenix, der aus der Asche  stieg"?
Das Fabelwesen, das später eine Redewendung prägte, tauchte bereits in der ägyptischen Mythologie vor etwas 3000 Jahren auf. Demnach verbrannte der Vogel Phoenix in den morgendlichen Sonnenstrahlen und stand immer wieder verjüngt aus seiner Asche auf.


Ohne einen Weg gegangen zu sein,
werde ich nie erfahren,
ob ihn zugehen, sich nicht doch gelohnt hätte.
(Wolf Jakob Schmidt)

Montag, 9. Januar 2017

Dies und Das und das Geschenkband

Gerade zu Weihnachten haben wir wieder viel mit Geschenkband gearbeitet. Wie kommt es eigentlich, dass sich das Band kringelt, wenn man mit der Schere darüberfährt?
Unter den Alltagsphänomenen gibt es viele, die trivial erscheinen, deren Untersuchung aber zahlreiche Wissenschaftler beschäftigen kann. Dazu gehört auch das Kringelband, wie meine Recherche ergab.
    Geschenkband 
Die wissenschaftlich Erklärung dieses Phänomens lautet nun wie folgt:  Auf molekularer Ebene verursacht die Schere zwei Dinge. Zum einen lagert sie auf der Seite, über die sie fährt Material um, verschiebt also die langen Moleküle - Polymere - des Kunststoffs so, dass er sich in Wellen legt. Und damit wird  die  "Scherenseite" im Prinzip kürzer, so wie eine Wellpappe auch wesentlich mehr Material benötigt, als sie hinterher lang ist.  Zum anderen fügt die Schere dem Band zahlreiche Knicke zu. Mit mehr und mehr Knicken entsteht die Spiralform des fertig gekringelten Geschenkbands. Das Material wird also einfach mehrfach geknickt.
Das Band wird bei dem Vorgang auch warm - dennoch ist die vielerorts kursierende Erklärung falsch, dass es sich infolge der Reibung mit der Schere erwärmt, sprich,  dass sich die Moleküle ausdehnen und das Band sich aus diesem Grund in Schleifen legt. Das kann schon deshalb nicht stimmen, weil es sich ja in die andere Richtung kringelt.. Die "Scherenseite" verkürzt sich, die Außenseite ist die längere. Zudem verflüchtigt sich die Reibungswärme sehr sehr schnell.
Was sagt uns das? Selbst ein Vorgang, wie Geschenkband kringeln, ist höchst wissenschaftlich unterlegt. Und meist machen wir uns über diese alltäglichen Dinge keine Gedanken.



Von der Sonne lernen

Das Jahr ist neu, die Sorgen alt,
der Januar wie üblich kalt.
Ach, könnt es doch schon Frühling sein,
ich wünsch mir etwas Sonnenschein.

Als Mensch mag ich die Kälte nicht
und übte gern darauf Verzicht.
Doch nein, das wird kein guter Start,
gewinnt der Jammer richtig Fahrt,

dann bringt das Jahr nur mehr Verdruss.
Es sei damit für immer Schluss!
Na komm, du kalte Jahreszeit,
verlierst ja doch den ew’gen Streit

mit jener himmlisch heißen Kraft,
die alles Leben hier erschafft.
Von dir, da bleibt Erinn’rung nur,
sie gibt nie auf, ihr Licht ist pur.

Beginn das Jahr ich noch mal neu,
indem ich Hoffen mit Geduld nicht scheu,
und da ich von der Sonne lern,
scheint mir der Frühling nicht mehr fern.
 Emanuel Mireau · geb. 1974