Mittwoch, 7. Dezember 2016

Dies und Das über die Zeit

Die Zeitumstellung ist schon einige Wochen vorbei und doch ist sie immer noch Gesprächsthema. Wie jedes Jahr wurden wir wieder mit Meldungen bombardiert, wie ungesund das doch alles sei.
Aber eines muss einmal gesagt werden: die Zeitumstellung ist nicht schlimmer als einmal eine Stunde länger fernsehen oder ein Zeitzonenflug. Die wahren Gefahren für unseren Biorhythmus lauern ganz woanders.


Doch immer mehr Menschen fragen sich, wozu dieser ganze Aufwand mit der Zeitumstellung gut sein soll. Klar, wir fühlen uns in den ersten Tagen etwas müde, weil der Schlafrhythmus durcheinandergerät. Doch das trifft auch auf jeden anderen Tag im Jahr zu, an dem wir mal eine Stunde länger aufbleiben - etwa auf einer Familienfeier oder bei einem spannenden Fußballspiel im Fernsehen. Umgekehrt schlafen wir am Wochenende bestimmt schon mal eine Stunde länger. Auch das hinterlässt keine bleibenden Schäden. Oder denken wir an die Zeitzonenflüge, die wir hinter uns haben. Schon nach wenigen Tagen ist das alles kein Problem mehr.
Gefährlicher als die zwei Umstellungstage im Jahr ist es, wenn wir ständig ein Leben gegen die innere Uhr führen. Mediziner sprechen dann vom sozialen Jetlag. Das Schlaf-Wach-Bedürfnis von Menschen unterscheidet sich. Es gibt zwei Grundtypen: die sogenannten Lerchen und die Eulen. Lerchen werden früher müde als andere Menschen und stehen morgens eher auf. Bei Sonnenaufgang sind sie fit. Eulen hingegen sind abends lange leistungsfähig, morgens dafür müde und unkonzentriert. Leben wir gegen unseren Biorhythmus, weil wir  beispielsweise als "Eule" morgens regelmäßig früh aufstehen, kann das zu gesundheitlichen Problemen führen.
Das zeigte 2015 eine Studie der Universität von Pittsburgh. An der Untersuchung nahmen 447 Berufstätige teil. Wegen ihres durch den Beruf bestimmten Tagesrhythmus gerieten vor allem die  "Eulen" in einen sozialen Jetlag. Hier drohen folgende Gesundheitsrisiken:
Adipositas (Übergewicht)
Diabetes
Bluthochdruck
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Krebs
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Nachtarbeit als krebserregend ein. Der Grund sind Studien an Krankenschwestern, die 30 Jahre im Schichtdienst arbeiteten: ihr Risiko für Brustkrebs war um 50% erhöht. Warum das so ist, fanden Forscher der Universität New York im August 2016 heraus: Dauerhafte Störungen des natürlichen Rhythmus aktivieren in den Körperzellen Gene, die das Wachstum von Krebszellen anregen.
Ein guter Rat für Alle: Wir sollten unseren Alltag so gut wie möglich an die innere Uhr anpassen. Als "Eule"  sollte man nicht zwanghaft versuchen, in den Morgenstunden fit zu sein. Man sollte Dinge, bei denen man sich konzentrieren muss, lieber in den Nachmittags- und Abendstunden erledigen. Für  "Lerchen" gilt: Man sollte sich in der zweiten Tageshälfte Ruhe gönnen.
(Interessanter Vortrag im Krankenhaus)



Als Kind in Glück und Leid
schlich langsam mir die Zeit.
Als Jüngling stolz und kühn
spazierte sie dahin.
Als reifer Mann zuweilen
sah ich sie furchtbar eilen.
(Unbekannt)

Dienstag, 6. Dezember 2016

Platsch - ein chinesisches Märchen

Ich habe eine Märchensammlung, die von Josef Guter herausgegeben wurde. China ist eines der wenigen Länder, in denen sich die Ursprünge einzelner Märchen bis ins Altertum zurückverfolgen lassen.


Sechs Hasen wohnten einmal an einem kleinen See inmitten eines Papaya-Waldes. Als die Früchte reiften, fiel eine Papaya-Frucht auch ins Wasser und machte  "Platsch!"
Die Hasen, die dieses Geräusch noch nie gehört hatten, erschraken gewaltig und stoben auseinander.
Ein Fuchs sah sie davonlaufen und rief ihnen zu: "Was ist los? Warum lauft ihr denn so?" "Der Platsch kommt," keuchten die Hasen und rennen weiter. Kaum hatte der Fuchs dies vernommen, da nahm er einen Anlauf und sauste ebenfalls los.
Voller Neugier sah ein Affe von einem Baum aus den flüchtenden Fuchs und fragte: "Was hast du es denn so eilig, brennt´s irgendwo?"
"Der Platsch kommt", rief außer Atem der Fuchs, hielt aber in seinem Laufen gar nicht inne.
Der Affe besann sich nicht lange und jagte davon. Von Ast zu Ast sich schwingend, dann wieder auf dem Boden hüpfend, brach er durch das Gehölz, als wäre der Teufel hinter ihm her.
Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile bei allen Tieren in Wald und Steppe. Einer hörte es vom anderen. Zuletzt schien alles auf der Flucht zu sein. Die Hirsche setzten in großen, weiten Sprüngen über alle Hindernisse.  Die Büffel stampften in großen Herden über die Ebenen. Mit gewaltigem Gestampfe donnerten Nashörner und Elefanten einher; Bären, Leoparden, Tiger und Löwen hetzten nebeneinander durch den Wald, und grunzend rannten die Schweine hintendrein.
Jeder dachte nur an Flucht, alle machten sich gegenseitig Angst, da einer den anderen jagen und rennen sah, als ging´s ihm an den Kragen. Die flüchtenden Tiere kamen schließlich zu einem Berg, an dessen Fuß ein alter Löwe mit seiner langen Mähne lag. Wie er die vielen Tiere alle so dahinjagen sah, rief er einem Löwen zu: "Warum so eilig, Bruder? Was rennst du denn, hast doch scharfe Zähne und mächtige Pranken!" "Der Platsch komm!" rief der Löwe und wollte weiter. "Der Platsch? Wer ist das denn? Wo ist er?" "Weiß ich auch nicht" meinte der andere, der vor Schweiß triefte. "Also langsam", sagte der alte, erfahrene Löwe. "Dieser Sache müssen wir nachgehen. Woher hast du denn die Nachricht?" "Der Tiger kam vorbei und hat es mir gesagt", meinte der Löwe, der nun in seinem Lauf innegehalten hatte. In die große Reihe der flüchtenden Tiere war eine Stockung gekommen. Der alte Löwe benutzte die Gelegenheit, machte mit scharfem Auge den Tiger in dem allgemeinen Durcheinander ausfindig und fragte ihn,  woher er denn von Platsch wisse. "Ich hab´es vom Leoparden", sagte der Tiger. Der Leopard bekannte, dass er vom braunen Bären gewarnt worden war, und jener hatte die Nachricht von seinem Vetter, dem schwarzen Bären. Die Elefanten, die Nashörner,
die Wasserbüffel und Hirsche wurden gefragt, zuletzt auch Fuchs und Schwein, aber niemand wusste genaues über Platsch zu berichten. Der Fuchs wiederum meinte, er habe die Nachricht von den sechs Hasen.
"Wir haben ihn gehört" mit unseren eigenen Ohren haben wir den Platsch gehört", sagten die Hasen und boten sich an, alle Tiere zu dem Ort zurückzuführen. Die Hasen führten auf den Befehl des alten Löwen hin nun alle Tiere zu dem See im Papaya-Wald.  "Hier haben wir ihn gehört", sagten die Hasen und schauten sich furchtsam um. In diesem Augenblick fiel eine Papaya-Frucht, "Platsch" vom Baum herab ins Wasser. Der alte Löwe sagte ruhig und mit Humor: "Eine Papaya-Frucht ist ins Wasser gefallen. Da hat es "Platsch" gemacht. Wollt ihr nicht wieder davonlaufen?"
Da lachten die Tiere und atmeten erleichtert auf; den Hasen aber wurde in Zukunft nicht allzuviel mehr geglaubt.




Wenn man diese Geschichte sorgfältig liest, sieht man, wie leicht wir uns anstecken lassen und auf Gerüchte hören.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Eine kleine Geschichte zum Nachdenken

...sie stammt von Johann Peter Hebel.
Es handelt sich um einen kleinen Floh.

"In der Seeschlacht von Trafalgar, während die Kugeln sausten und die Mastbäume krachten, fand ein Matrose noch Zeit, zu kratzen,wo es ihn biss, nämlich auf dem Kopf. Auf einmal streifte er mit zusammengelegtem Daumen und Zeigefinger bedächtig an einem Haare herab und ließ ein armes Tierlein, das er zum Gefangenen gemacht hatte, auf den Boden fallen. Aber indem er sich niederbückte, um ihm den Garaus zu machen, flog eine feindliche Kanonenkugel ihm über den Rücken weg, paff, in das benachbarte Schiff. Da ergriff den Matrosen ein dankbares Gefühl, und überzeugt, dass er von dieser Kugel wäre zerschmettert worden, wenn er sich nicht nach dem Tierlein gebücket hätte, hob er es schonend von dem Boden auf und setzte es wieder auf den Kopf. "Weil du mir das Leben gerettet hast", sage er: "aber lass dich nicht zum zweiten Mal attrapieren, denn ich kenne dich nimmer."
Diese Schachtelsätze sind nicht gern gesehen. Schwer zu lesen.


Was ist vergesslicher als Dankbarkeit?
(Friedrich Schiller)

Ich hasse jeden,
dessen Dankbarkeit erlischt?
Euripides)

Ich möchte nicht versäumen

Heike Schuhmacher

am Neckarstrand zu begrüßen.Herzlich willkommen.

Mittwoch, 30. November 2016

Dies und Das über das Lesen

Als ich gestern ein Buch holen wollte, fielen mir  folgende Worte von Rainer Maria Rilke in die Hände:

"Um mein Lesen staute sich die Zeit!
Ich las schon lange. Seit dieser Nachmittag, mit Regen rauschend, an den Fenstern lag. Vom Winde draußen hörte ich nichts mehr: Mein Buch war schwer.
Ich sah ihm in die Blätter wie in Mienen, die dunkel werden von Nachdenklichkeit, und um mein Lesen staute sich die Zeit. -


Auf einmal sind die Seiten überschienen, und statt der Wortverworrenheit steht: Abend, Abend...überall auf ihnen. Ich schau noch nicht hinaus, und doch zerreißen die langen Zeilen, und die Worte rollen vor ihren Fäden fort, wohin sie wollen. Da weiß ich es: Über den übervollen glänzenden Gärten sind die Himmel weit; die Sonne hat noch einmal kommen sollen.
Und jetzt wird Sommernacht, so weit man sieht:
Zu wenig Gruppen stellt sich das Verstreute, zu dunkel auf langen Wegen gehn die Leute, und seltsam weit, als ob es mehr bedeute, hört man das Wenige, das noch geschieht. Und wenn ich jetzt vom Buch die Augen hebe, wird nichts befremdlich sein und alles groß.
Dort draußen ist, was ich hier drinnen lebe, und hier und dort ist alles grenzenlos; nur dass ich michnoch mehr damit verwebe; wenn meine Blicke an die Dinge passen und an die ernste Einfachheit der Massen,- da wächst die Erde über sich hinaus. Den ganzen Himmel scheint sie zu umfassen: der erste Stern ist wie das letzte Haus."


Wer Bücher liest, wie man Freunde anhört, dem werden sie sich erschließen 
und zu eigen werden. Was er liest, wird nicht verfließen
und verloren sein, sondern bei ihm bleiben und ihm angehören
und ihn freuen und trösten, wie es nur Freunde können.
(Hermann Hesse)

Sonntag, 27. November 2016

...und schon wieder Wochenende!

Kinder wie die Zeit vergeht. Ich hatte mir viel vorgenommen. Aber leider kam es mal wieder anders.
Nicht immer geht es so, wie man es gern möchte.

Ich freue mich, dass ich zwei neue Gäste am Neckarstrand begrüßen darf:

Wolfgang Nießen
und
Regina von Hauszeit

Herzlich willkommen. Nehmt Platz und fühlt euch wohl hier.


Morgen feiern wir den 1. Advent. Eigentlich sollte nun eine besinnliche Zeit beginnen. Eigentlich..
dabei lässt die Hektik uns kaum zur Ruhe kommen und Weihnachten sind die meisten fix und fertig.
Das sollte und muss nicht sein! Ich bin eigentlich kein Beispiel - denn bei mir ist Ruhe und Besinnlichkeit. Ich lasse das Jahr gemütlich ausklingen und bilde mir ein, dass ich es mir verdient habe. Die letzten Wochen waren nicht gerade schön. Abgehakt und nach vorn geschaut! Ich halte es mit Demokrit:

Mut steht am Anfang des Handelns,
Glück am Ende.

Auch wenn es nur ein bescheidenes Glück ist - aber es ist Glück. Einfach mal darüber nachdenken. Und es gehört Mut dazu, immer wieder neu anzufangen - auch wenn man ganz unten ist. Manchmal hilft ein kleiner Schubser, ein liebes Wort oder ganz einfach nur ein Lächeln!



Es ist Advent!
Die Blumen sind verblüht im Tal,
Die Vöglein heimgezogen;
Der Himmel schwebt so grau und fahl,
Es brausen kalt die Wogen.
Und doch nicht Leid im Herzen brennt:
Es ist Advent!

Es zieht ein Hoffen durch die Welt,
Ein starkes, frohes Hoffen;
Das schließet auf der Armen Zelt
Und macht Paläste offen;
Das kleinste Kind die Ursach kennt:
Es ist Advent!

Advent, Advent, du Lerchensang
Von Weihnachtsfrühlingstunde!
Advent, Advent, du Glockenklang
Vom neuem Gnadenbunde!
Du Morgenstrahl von Gott gesendt!
Es ist Advent.
( Friedrich Wilhelm Kritzinger 1816-1890)

Freitag, 25. November 2016

Er hat viele Namen.....

..das Wintergemüse Grünkohl. Man kennt ihn auch unter Pflückkohl, Krauskohl oder Winterkohl.

http://www.naturata-gmbh.de/wp-content/uploads/62.jpg 

Grünkohl ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen.
Gestern erhielt ein eine nette kleine Geschichte von einem Kindergartenkind. So macht man ihnen den Grünkohl schmackhaft:

"Grün und ziemlich Kraus sind meine Blätter. Möchtest du wissen, wer ich bin.? Ich heiße Grünkohl. Gerade beginnt meine Ernte auf den Feldern.
Ich kann den ganzen Winter über bis zum März geerntet werden. Kälte und auch Frost machen mir nichts aus. Meine Fans schwören darauf, dass ich mit der Hand gepflückt werden muss. Ich gelte als prima Wintergemüse! Denn ich bin eine richtige Vitaminbombe.
Kaum ein anderes Gemüse kann mit mir mithalten, wenn es um Vitamin C und Vitamin E geht. Und mein Eiweiß und meine Kohlehydrate liefern viel Energie. Toll ist auch die Menge meiner Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Und ich punkte sogar mit Stoffen, die etwa Entzündungen vorbeugen. Früher konnte ich ziemlich bitter schmecken. Aber nun gibt es Sorten von mir, die nicht mehr so viele Bitterstoffe haben.
Außerdem: Wenn es richtig kalt wird, wandle ich Stärke in Zucker um. Dann schmecke ich süßlich! Meine Heimat sind  eigentlich Länder am Mittelmeer. Aber inzwischen fühle ich mich in Norddeutschland sehr wohl. Dort wachse ich hierzulande am häufigsten.
Je nach Region nennen die 
Leute mich auch Pflückkohl, Krauskohl oder Winterkohl."

Eine nette kleine Geschichte, wie ich meine. Es wäre schön gewesen, hätte man uns das Gemüse auch
so nahegebracht.

Wir denken selten an das,
was wir haben,
aber immer an das,
was uns fehlt.
(Arthur Schopenhauer)

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Montag, 21. November 2016

Einen schönen Wochenanfang...

......wünsche ich meinen lieben Leserinnen und Lesern.
Ich habe das Wochenende wirklich dazu verwendet, um in den Blogs viel nachzulesen. Mit dem Kommentieren fange ich in dieser Woche wieder an.



Das Dasein ist köstlich,
man muss nur den Mut haben,
sein eigenes Leben zu führen.
(Peter Rosegger)



Manchmal sagt man es nur aus Höflichkeit. Manchmal, weil es ein echtes Bedürfnis ist.  "Danke" - dieses Wort gehört zu den am häufigsten verwendet.
Die Momente, in denen ein Dank tief empfunden wird, sind sehr kostbar. Nach ihnen lohnt es sich zu suchen. Immer da, wo ein Dankeswort eine Brücke zwischen Menschen schlägt oder ein Gefühl des Dankes dazu beiträgt, dass jemand  sich heimisch fühlt in seinem Leben, erfüllt dieses Wort seinen eigentlichen Zweck.
Ich kann das nur bestätigen. Ich freue mich über jeden Tag, den ich erleben darf.