Mittwoch, 29. März 2017

Dies und Das über das Sterben der Bäckereien und Metzgereien

Wir sind in der glücklichen Lage sowohl einen Bäcker und einen Metzger im Ort zu haben. Hinzu kommt eine Gärtnerei mit eigenen Ländereien, wo es immer frisches Gemüse der Saison gibt.
Es ist ein leises Sterben. Seit 2005 hat sich die Zahl der eigenständigen Fleichereifachgeschäfte in Deutschland  um mehr als ein Viertel verringert. Die Zahl der Bäckerei-Meisterbetriebe sank seit 2009 um ein Fünftel. Das Fleischereigeschäft um die Ecke wird immer seltener und der Weg zum Bäcker immer weiter.


Einer der Hauptgründe für das Sterben der kleinen Fachgeschäfte ist die Konkurrenz der großen Handelsketten von Aldi bis Edeka. Bäcker, Metzger aber auch Parfümerien können mit den entsprechenden Angeboten der Supermärkte, Discounter und der Drogeriemärkte kaum noch mithalten.Wirklich konkurrenzfähig sind die Fachhändler eigentlich nur noch vor den großen Feiertagen, wenn  etwas ganz Besonderes auf den Tisch soll.
Besonders dramatisch war die Entwicklung zuletzt bei den Fleischern. Versorgten vor zwölf Jahren noch mehr als 17 000 Metzgermeister die Bundesbürger in ihren Läden, sind es jetzt nur noch 11 000. Das Hauptproblem ist der Nachwuchsmangel. Wenn ein Fleischerbetrieb heute schließt, liegt es meist nicht an schlechten Geschäften. Grund ist viel häufiger , dass der Inhaber in ein Alter kommt, wo er nicht mehr weiterarbeiten möchte, die Kinder aber keine Lust haben, das Geschäft zu übernehmen. Außerdem verzeichnet die Branche einen dramatischen Rückgang an Auszubildenden


Auch die selbständigen Bäcker müssen kämpfen. Ihre Zahl verringerte sich seit 2009 von rund 15 000 auf  etwa 12 000. Im Straßenbild fiel das allerdings nicht ganz so auf, weil etliche einst selbständige Bäckereien als Filialgeschäfte von Konkurrenten weitergeführt wurden. Der Trend geht vermehrt zu zentralen Produktionsstätten mit einem regionalen Netz von Verkaufsstellen.
Ein Problem der Branche: Bei den Preisen können  die Bäcker mit den Backautomaten von Aldi und Co nicht mithalten. Die Brotpreise in Bäckereien liegen ungefähr doppelt so hoch wie die Preise der Lebensmitteldiscounter.
Stattdessen setzen immer mehr Bäcker auf Qualität, Regionalität und traditionelles Handwerk. Und sie schaffen sich mit Snacks zum Vor-Ort-Verzehr und kleinen Mitnehm-Mahlzeiten ein zweites Standbein.

I

Seelenruhe, Heiterkeit und Zufriedenheit
sind die Grundlagen alles Glücks,
aller Gesundheit und des langen Lebens.
(Christoph Wilhelm Hufeland)






Ich darf

Ulrike

recht herzlich am Neckarstrand begrüßen. Herzlich willkommen. Ich freue mich sehr.




Dienstag, 28. März 2017

Dies und Das über das Bloggen

Gestern saß ich in meinem Sessel und ließ meinen Gedanken freien Lauf. Das mache ich öfter. Diesmal dachte ich über das Bloggen nach. Wie vielfältig es doch ist. Grundsätzlich bleibt es Jedem überlassen, wie viel, wie oft und was er bloggt. Gut ist, dass man Blogs, die einem nicht zusagen,
einfach ignorieren kann. Es geht sicher vielen von uns so, dass man manchmal den Kopf schütteln muss darüber, was uns geboten wird. Wir schütteln den Kopf, andere sind vielleicht begeistert. Aber das liegt wohl in der Natur der Sache. Einige müssen sich immer in den Mittelpunkt stellen, selbst in Kommentaren, andere wieder sind sehr vorsichtig mit dem, was sie von sich preisgeben. Und das finde ich auch gut so.


Einige von uns nehmen den Frühling zum Anlass, auch auf dem Blog Ordnung zu schaffen. Das ist viel Arbeit und ich muss davon absehen. Es wäre einfach zu aufwendig. Aber gut ist es schon. 
Es ist schön, wenn man Kommentare bekommt. Zeigen diese doch, dass das was man schreibt und zeigt auch Anklang findet. Sie sind das Salz in der Suppe.  Und man findet virtuelle Freunde. Schön ist es, wenn sich Bloggerinnen auch im wahren Leben treffen und sich austauschen. Ich durfte auch schon einige Kennenlernen. Davon zehre ich heute noch.
Und dann gibt es auch Blogger/innen, die sich sang- und klanglos verabschieden. Warum macht man das? Wenn einem irgendetwas nicht passt, dann darf man das doch offen und ehrlich sagen. Man kann nicht täglich überall kommentieren. Aber man liest doch in den meisten Fällen. Man sollte nicht Gleiches mit Gleichen vergelten. 
Es ist immer wieder traurig, wenn uns Bloggerinnen verlassen, mit denen man über Jahre verbunden war. Der Tod ist so endgültig. Man vermisst sie, ihre Beiträge und ihre liebevollen Kommentare. Da kommt einfach nichts mehr. In meinem Alter denkt man darüber besonders intensiv nach. Das ist einfach so und davon kann man sich auch nicht freimachen.




Mein Resume: Bloggen macht Spaß (sonst würden ich es nicht machen). Es ist wie im richtigen Leben: Bunt und abwechslungsreich. Hoffentlich kann ich noch lange Bloggen. Denn Bloggen ist Herzenssache. Oder wie seht IHR das?






Ich freue mich,

Romy Matthias

am Neckarstrand begrüßen zu dürfen. Nimm Platz und mach es dir bequem.






Montag, 27. März 2017

Dies und Das über die Götz-Burg

Bildergebnis für Burg Hornberg- kostenfreie Fotos 
Burg Hornberg

Reformation und Kauf der Burg Hornberg durch Götz von Berlichingen - beides jährt sich 2017 zum 500. Mal. Vor  500 Jahren hat der Ritter mit der eisernen Hand die Burg Hornberg   "recht und redlich" für 6500 Gulden erworben. Belegt wird dies durch die Siegel vom Verkäufer Konrad Schott, zeugen waren Wendel von Adelsheim und Georg Rüdt von Bödigheim. Dessen Siegel befindet sich noch an der Originalurkunde vom 13. April 1517.
"Götz war ein unglaublich geschickter und erfolgreicher Finanzmakler" weiß Prof. Dr. Kurt Andermann, der sich in den Archiven derer von Berlichingen sehr gut auskennt. Die Jubiläumsfeier auf Schloss Hornberg fand am Samstag, dem 25.3.17 statt - richtig zünftig mit Begrüßung durch Götz und Gerichten aus der damaligen Zeit.
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Götz von Berlichingen 

Er war kein Raubritter, sondern ein zutiefst rechtschaffener Mann, allerdings zu Zeiten, als Fehden eben noch gang und gäbe sowie gutes Recht waren. Das Geld zum Erwerb der Burg soll aus einem erhaltenen Lösegeld herausgekommen sein. Man darf nicht vergessen, dass es im Mittelalter noch ein wenig anders war, um sich Mittel zur Durchsetzung von Rechten zu beschaffen. Wie der Historiker erläutert, hatte Götz vor dem Kauf sein  "Fehderecht" in Anspruch genommen und den Grafen Philipp von Waldeck gefangen gesetzt. Den ließ er dann für 8000 Gulden  (das Geld kam vom Erzbistum Mainz) wieder frei. So ließ sich der Kauf finanzieren, und der dank Goethes Drama mit dem  "Schwäbischen Gruß"  bekannt gewordene Ritter  wurde mit 34 Jahren Besitzer der Burg Hornberg.

Bildergebnis für Goethes "Götz von Berlichingen" 

Was aber haben  Götz von Berlichingen und die Reformation gemeinsam? Relativ kurz nach dem Kauf , 1521/22, schloss sich Götz von Berlichingen dem Luthertum an. Von da an führt der Burgherr den Namen Gottfried. Bis zu seinem Tod, am 23. Juli 1562, lebte er auf der Burg hoch über dem Neckar. 
Heute gehört die Burganlage mit Weinverkauf  (eigene Weinberge), Restaurant und Hotel nicht mehr zu den Besitztümern derer von Berlichingen, sondern über 400 Jahre schon denen von Gemmingen.
Reinhard (der Gelehrte) von Gemmingen erwarb die Burg 1612 von Hans Heinrich von Heußenstamm, der sie von den Götz-Erben gekauft hatte.
An den berühmten Berlichingen erinnert man gerne. Schließlich hat Götz, der 82 Jahre alt wurde - das waren zur damaligen Zeit fast zwei Leben - 45 Jahre auf Burg Hornberg  verbracht und starb hier  1562. Daher stand auch der 25. März  ganz im Zeichen des Mannes mit der eisernen Hand.
Bildergebnis für Fotos von Burg Hornberg

Hier sitzt man wunderbar - genießt Kaffe und Kuchen oder auch ein gutes Mittagsessen. Die
Aussicht ist einmalig.



Ich freue mich darüber, dass
Michael Höhne

hier Platz genommen hat. Fühl dich wohl hier! Herzlich willkommen.

Sonntag, 26. März 2017

Dies und Das über Luthers wichtigsten Weggefährten

Wenn man über Luther spricht, darf man Philipp Melanchthon nicht vergessen. Luther und Melanchthon zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Und vielleicht ergänzten sie sich daher so wunderbar. Denn wo Luther poltern konnte, schien Philipp Melanchthon mitunter blass zu wirken. Doch so leise und zuweilen stotternd der kleine Griechisch-Professor  auch redete, soviel Gewicht hatten seine Worte. Es wird ein langer Post. Eigentlich mag ich das nicht so gern. Aber man muss Melanchthon gerecht werden. Er war und ist der Lehrer Deutschlands. Vielleicht findet man am Wochenende Zeit, etwas mehr zu lesen. Es würde mich freuen.

Bildergebnis 
ein Gemälde von Lucas Cranach d.Ä. (1543)

Geboren: 16. Februar 1497, Bretten
Gestorben: 19. April 1560, Lutherstadt Wittenberg
Ausbildung: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Eberhard Karls Universität Tübingen

Philipp Schwarzerdt (griechisch: Melanchthon) wurde als erstes von fünf Kindern geboren und zu Ehren des Landesherren Philipp genannt. Der Vater war Meister der Geschützgießerei sowie des Plattnerhandwerks - der Kunst, möglichst leichte, aber dennoch feste Rüstungen zu schmieden. Er wurde ins Amt des kurfürstlichen Rüstmeisters erhoben. Melanchthons Mutter stammte aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie. Ihr Vater sorgte für eine gründliche Ausbildung des Sohnes. Als Melanchthons Vater und Großvater starben, war für den Elfjährigen die Kindheit beendet.
Philipp besuchte die Lateinschulde in Pforzheim. Als Klassenbester bekam er die Möglichkeit, auch die griechische Sprache zu erlernen. 1509 verlieh ihm Johannes Reuchlin den Humanistennamen Melanchthon. Er soll gesagt haben: "Schwarzerdt heißt du, ein Grieche bist du, griechisch soll auch dein Name lauten". Schon mit zwölfeinhalb Jahren konnte Philipp die Universität Heidelberg besuchen. Er beendete sein Studium 1511, zum frühest möglichen Zeitpunkt. Als er1512 zum Magister promovieren wollte, verweigerten die Professoren dem schmächtigen Fünfzehnjährigen die Zulassung. 1514 legte er, nach Fortsetzung seines Studiums in Tübingen, an der philosophischen Fakultät seine Magisterprüfung ab. Dem folgte eine intensive Lehrtätigkeit an der Universität und die Abfassung erster bedeutender, humanistisch geprägter Schriften.
Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen suchte für den neu errichteten Lehrstuhl für griechische Literatur an seiner Wittenberger Universität einen Professor.  Melanchthon wurde von Reuchlin empfohlen. 1518 hielt Melanchthon seine begeisternde Antrittsrede  "Über die Umgestaltung des Jugendunterrichts". Neben seiner Lehrtätigkeit studierte er bei Martin Luther Theologie. 1519 erlangte er den ersten theologischen Grad eines Baccalaureus biblicus. Seine eigenen Vorlesungen wurden von den Studenten begeistert aufgenommen, auch von Luther, der Melanchthons griechische Vorlesungen besuchte. Die Freundschaft des 14 Jahre jüngeren Melanchthon mit Luther blieb bis zu dessen Tod erhalten.
Schon bei der ersten großen Auseinandersetzung zwischen Luther und der katholischen Kirche, der Leipziger Disputation im Jahre 1519, war Melanchthon zugegen. Er schrieb Luther, während dieses Streitgespräches mit Dr. Johannes Eck, einem scharfsinnigen päpstlichen Theologen, kleine Zettel mit Bibelstellen, die die Vorrangstellung des Papstes - der Streitpunkt des Gespräches - widerlegen. Zornig soll Eck ausgerufen haben: "Schweige Philipp, kümmere dich um deine Studien und störe mich nicht". Luther bekannte: "Dieser kleine  Grieche übertrifft mich auch in der Theologie". Eck wurde so in die Ecke getrieben, dass das Gespräch ohne Entscheidung endete. Luther lobte Melanchthon: "In meinem ganzen Lehramt achte ich nichts höher als den Rat Philipps". Luther  wollte ihm sogar die Leitung der Reformation übertragen, sollte er von dem Reichstag in Worms, der ja mit seiner Ächtung  endete, nicht lebend zurückkehren.
Weil man Melanchthon in Wittenberg festhalten wollte, riet man ihm, sich zu vermählen. Er lehnte zunächst ab, aber schon im November 1520 heiratete er Katharina, die Tochter des Wittenberger Bürgermeisters Hieronymus Krapp. Luther hatte Melanchthon von der Sache der Reformation schnell überzeugen können. Schon früh war aus der gemeinsamen Arbeit an der Universität eine innige Freundschaft geworden. "Ich würde lieber sterben, als von diesem Mann getrennt zu werden", sagte Melanchthon . Luther arbeitete unermüdlich an der neuen Theologie - nur fehlte ihm dabei oft die Systematik. Diese Aufgabe übernahm Melanchthon. Er schrieb 1521 die erste gültige Zusammenfassung der reformatorischen Lehre, die "Loci Communes". Luther war so begeistert von diesem Buch, dass er es gar in die Bibel aufnehmen wollte.
Melanchthon motivierte Luther, die Bibel in ein für das Volk verständliches Deutsch zu übersetzen. Luther begann damit 1521/1522 auf der Wartburg und hat an dieser Übersetzung  nach seiner Rückkehr nach Wittenberg im Frühjahr 1522 mit Melanchthon in vielen Stunden mühsamer Arbeit gefeilt. Während Luther aus Sicherheitsgründen auf der Wartburg versteckt wurde, übernahm Melanchthon  an der Universität Luthers Vorlesungen über biblische Schriften.
Melanchthon war an zahlreichen Visitationen beteiligt bei den Gemeinden, die sich jetzt der Reformation angeschlossen hatten. Ergebnis dieser Reisen war  auch die Sorge um die kümmerliche Pädagogik jener Zeit. Melanchthon schrieb deshalb zahlreiche Lehrbücher und entwickelte Konzeptionen für Neugründungen von Schulen und Universitäten. Als erste der neuen Lateinschulen eröffnete er 1526 die in Nürnberg. Diese Schulen sind die Vorläufer der heutigen Gymnasien, das humanistische Bildungskonzept prägte für Jahrhunderte das deutsche Bildungswesen.
Auf dem Reichstag in Augsburg im Jahre 1530 vertrat Melanchthon die Sache der Reformation, da Luther wegen des über ihn verhängten Banns Kursachsen nicht verlassen kann. Die Schwierigkeiten der Verhandlungen mit der katholischen Seite bewältigte Melanchthon meisterhaft. Er zeigt sich kompromissbereit, was ihm die Kritik einiger Zeitgenossen einbrachte. Luther war jedoch mit den Ergebnissen zufrieden. Melanchthon verfasste anhand verschiedener vorbereiteter Schriften und der Verhandlungen in Augsburg das erste große Bekenntnis der Reformation. Nach dem Ort der Übergabe an den Kaiser  -Augsburg-  wird diese Schrift  "Augsburger Bekenntnis", "Confessio Augustana", genannt. Noch heute werden evangelische Pfarrer u.a. auf dieses Bekenntnis ordiniert.
Gestützt auf seine Vorlesungen zu ethischen und politischen Schriften des Aristoteles und Ciceros publizierte Melanchthon ab 1538 sein eigenes System der Ethik bzw. seit 1550 dessen verbesserte Fassung. 1540 veröffentlichte er den ersten Teil seiner Lehre vom Menschen unter dem Titel   "Die anima" , die endgültige Fassung erschien 1553. 1549 wurde sein physikalisches Werk publiziert, in dem er sich auch zu dem gerade veröffentlichten kopernikanischen Weltbild äußerte. Neben der Vielzahl seiner Werke kommentierte er auch neutestamentische Schriften: 1527 publizierte er seinen Kommentar  zum Kolosserbrief sowie 1529 bis 1556 den zum Römerbrief.  1523/24 bzw. 1538 bekleidete er das Amt des Rektors der Universität und 1535/36 bzw. 1546 bis 1548 das Amt des Dekans der philosophischen Fakultät. Seit 1555 hielt Melanchthon in Wittenberg Lesungen über die Weltgeschichte; das dazu entstandene Werk veröffentlichte er aber unter dem Namen des Berliner Hofastrologen Johann Carion.
Nach dem Tod Luthers wurde Melanchthon zum Wortführer der Reformation: "Nachdem Luther aus diesem sterblichen Leben abgerufen ist, habe ich außer dem Schmerz noch mehr Sorgen und Arbeiten". Zwar nicht unumstritten, war Melanchthon bis zu seinem Lebensende der herausragende Exponent der deutschen Reformation. Mitte August 1557 reiste Melanchthon auf Befehl des Kurfürsten August zum Wormser Religionsgespräch. Im Oktober erfuhr er vom Tod seiner Frau,
musste jedoch bis Mitte Dezember 1557 in Worms verharren. Mittlerweile war aus Melanchthon ein alter, kränkelnder und von vielen Seiten angefochtener Mann geworden. 1560 erkältete er sich und erkrankte am bösartigen Wechselfieber. Am 11. April hielt er im großen Hörsaal des Augustinerklosters in Wittenberg seine letzte öffentliche Ansprache. Acht Tage später danach verstarb der nunmehr 63-jährige, der nie Angst vor dem Tode gehabt hatte. Sein Wahlspruch war:
"Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein". (Römer 8,31)
Wegen seiner großen Verdienste im Bildungswesen galt Melanchthon schon zu Lebzeiten als  "Praeceptor Germaniae", "Lehrer Deutschlands". Sein Grabmal ist in der Wittenberger Schlosskirche.
(Quelle: u.a.Heiligenlexikon)

Philipp Melanchthon

Gedenktag evangelisch: 19. April (EKD)
                                            16. Februar (LCMS)
                                            25. Juni (ELCA)
Name bedeutet: der Pferdefreund (griech.)
Professor, Reformator
* 16. Februar 1497 in Bretten in Baden-Württemberg
† 19. April 1560 in Wittenberg in Thüringen







Philipp Schwarzerdt (griechisch: Melanchthon) wurde als erstes von fünf Kindern geboren und zu Ehren des Landesherren Philipp genannt. Der Vater war Meister der Geschützgießerei sowie des Plattnerhandwerks - der Kunst, möglichst leichte, aber dennoch feste Rüstungen zu schmieden; er wurde ins Amt des kurfürstlichen Rüstmeisters erhoben. Melanchthons Mutter stammte aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie, ihr Vater sorgte für eine gründliche Ausbildung des Sohnes. Als Melanchthons Vater sowie sein Großvater starben, war für den Elfjährigen die Kindheit beendet.
Philipp besuchte die Lateinschule in Pforzheim; als Klassenbester bekam er die Möglichkeit, auch die griechische Sprache zu erlernen. 1509 verlieh ihm Johannes Reuchlin den Humanistennamen Melanchthon; er soll gesagt haben: Schwarzerdt heißt du, ein Grieche bist du, griechisch soll auch dein Name lauten. Schon mit zwölfeinhalb Jahren konnte Philipp die Universität Heidelberg besuchen, er beendete sein Studium 1511, zum frühest möglichen Zeitpunkt. Als er 1512 zum Magister promovieren wollte, verweigerten die Professoren dem schmächtigen Fünfzehnjährigen die Zulassung, 1514 legte er, nach Fortsetzung seines Studiums in Tübingen, an der philosophischen Fakultät seine Magisterprüfung ab. Dem folgte eine intensive Lehrtätigkeit an der Universität und die Abfassung erster bedeutender, humanistisch geprägter Schriften.







Die Burse, das um 1480 errichtete Gebäude der Universität Tübingen, heute mit Gedenktafel für Philipp Melanchthon
Die Burse, das um 1480 errichtete Gebäude der Universität Tübingen, heute mit Gedenktafel für Philipp Melanchthon
Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen suchte für den neu errichteten Lehrstuhl für griechische Literatur an seiner Wittenberger Universität einen Professor, Melanchthon wurde von Reuchlin empfohlen. 1518 hielt Melanchthon seine begeisternde Antrittsrede Über die Umgestaltung des Jugendunterrichts. Neben seiner Lehrtätigkeit studierte er bei Martin Luther Theologie, 1519 erlangte er den ersten theologischen Grad eines Baccalaureus biblicus. Seine eigenen Vorlesungen wurden von den Studenten begeistert aufgenommen, auch von Luther, der Melanchthons griechische Vorlesungen besuchte. Die Freundschaft des 14 Jahre jüngeren Melanchthons mit Luther blieb bis zu dessen Tod erhalten.
Schon bei der ersten großen Auseinandersetzung zwischen Luther und der katholischen Kirche, der Leipziger Disputation im Jahre 1519, war Melanchthon zugegen. Er schrieb Luther während dieses Streitgespräches mit Dr. Johannes Eck, einem scharfsinnigen päpstlichen Theologen, kleine Zettel mit Bibelstellen, die die Vorrangstellung des Papstes - der Streitpunkt des Gespräches - widerlegen. Zornig soll Eck ausgerufen haben: Schweige Philipp, kümmere dich um deine Studien und störe mich nicht. Luther bekannte: Dieser kleine Grieche übertrifft mich auch in der Theologie. Eck wurde so in die Enge getrieben, dass das Gespräch ohne Entscheidung endete. Luther lobte Melanchthon: In meinem ganzen Lehramt achte ich nichts höher als den Rat Philipps. Luther wollte ihm sogar die Leitung der Reformation übertragen, sollte er von dem Reichstag in Worms, der ja mit seiner Ächtung endete, nicht lebend zurückkehren.







Lukas Cranach der Ältere; Portrait, 1543, in der Galleria degli Uffizi in Florenz
Lukas Cranach der Ältere: Portrait, 1543, in der Galleria degli Uffizi in Florenz
Weil man Melanchthon in Wittenberg festhalten wollte, riet man ihm, sich zu vermählen. Er lehnte zunächst ab, aber schon im November 1520 heiratete er Katharina, die Tochter des Wittenberger Bürgermeisters Hieronymus Krapp. Luther hatte Melanchthon von der Sache der Reformation schnell überzeugen können, schon früh war aus der gemeinsamen Arbeit an der Universität eine innige Freundschaft geworden. Ich würde lieber sterben als von diesem Manne getrennt zu sein, sagte Melanchthon. Luther arbeitete unermüdlich an der neuen Theologie - nur fehlte ihm dabei oft die Systematik. Diese Aufgabe übernahm Melanchthon: er schrieb 1521 die erste gültige Zusammenfassung der reformatorischen Lehre, die Loci Communes. Luther war so begeistert von diesem Buch, dass er es gar in die Bibel aufnehmen mochte.
Melanchthon motivierte Luther, die Bibel in ein für das Volk verständliches Deutsch zu übersetzen. Luther begann damit 1521/22 auf der Wartburg und hat an dieser Übersetzung nach seiner Rückkehr nach Wittenberg im Frühjahr 1522 mit Melanchthon in vielen Stunden mühsamer Arbeit gefeilt. Während Luther aus Sicherheitsgründen auf der Wartburg versteckt wurde, übernahm Melanchthon an der Universität Luthers Vorlesungen über biblische Schriften.
Melanchthon war an zahlreichen Visitationen beteiligt bei den Gemeinden, die sich jetzt der Reformation angeschlossen hatten; Ergebnis dieser Reisen war auch die Sorge um die kümmerliche Pädagogik jener Zeit. Melanchthon schrieb deshalb zahlreiche Lehrbücher und entwickelte Konzeptionen für Neugründungen von Schulen und Universitäten. Als erste der neuen Lateinschulen eröffnete er 1526 die in Nürnberg; diese Schulen sind die Vorläufer der heutigen Gymnasien, das humanistische Bildungskonzept prägte für Jahrhunderte das deutsche Bildungswesen.
Auf dem Reichstag in Augsburg im Jahre 1530 vertrat Melanchthon die Sache der Reformation, da Luther wegen des über ihn verhängten Banns Kursachsen nicht verlassen kann. Die Schwierigkeiten der Verhandlungen mit der katholischen Seite bewältigte Melanchthon meisterhaft. Er zeigte sich kompromissbereit, was ihm die Kritik einiger seiner Zeitgenossen einbrachte; Luther war jedoch mit den Ergebnissen zufrieden. Melanchthon verfasste anhand verschiedener vorbereiteter Schriften und der Verhandlungen in Augsburg das erste große Bekenntnis der Reformation. Nach dem Ort der Übergabe an den Kaiser - Augsburg - wird diese Schrift Augsburger Bekenntnis, Confessio Augustana, genannt. Noch heute werden evangelische Pfarrer u. a. auf dieses Bekenntnis ordiniert.
Gestützt auf seine Vorlesungen zu ethischen und politischen Schriften des Aristoteles und Ciceros publizierte Melanchthon ab 1538 sein eigenes System der Ethik bzw. seit 1550 dessen verbesserte Fassung. 1540 veröffentlichte er den ersten Teil seiner Lehre vom Menschen unter dem Titel De anima, die endgültige Fassung erschien 1553, 1549 wurde sein physikalisches Werk publiziert, in dem er sich auch zu dem gerade veröffentlichten kopernikanischen Weltbild äußerte. Neben der Vielzahl seiner Werke kommentierte er auch neutestamentische Schriften: 1527 publizierte er seinen Kommentar zum Kolosserbrief sowie 1529 bis 1556 den zum Römerbrief. 1523/24 bzw. 1538 bekleidete er das Amt des Rektors der Universität und 1535/36 bzw. 1546 bis 1548 das Amt des Dekans der philosophischen Fakultät. Seit 1555 hielt Melanchthon in Wittenberg Lesungen über die Weltgeschichte; das dazu entstandene Werk veröffentlichte er aber unter dem Namen des Berliner Hofastrologen Johann Carion.







Nach dem Tod Luthers wurde Melanchthon zum Wortführer der Reformation: Nachdem Luther aus diesem sterblichen Leben abgerufen ist, habe ich außer dem Schmerz noch mehr Sorgen und Arbeiten. Zwar nicht unumstritten, war Melanchthon bis zu seinem Lebensende der herausragende Exponent der deutschen Reformation. Mitte August 1557 reiste Melanchthon auf Befehl des Kurfürsten August zum Wormser Religionsgespräch. Im Oktober erfuhr er vom Tode seiner Frau, musste jedoch bis Mitte Dezember 1557 in Worms verharren. Mittlerweile war aus Melanchthon ein alter, kränkelnder und von vielen Seiten angefochtener Mann geworden. 1560 erkältete er sich und erkrankte am bösartigen Wechselfieber; am 11. April hielt er im großen Hörsaal des Augustinerklosters in Wittenberg seine letzte öffentliche Ansprache, acht Tage danach verstarb der nunmehr 63-jährige, der nie Angst vor dem Tode gehabt hatte. Sein Wahlspruch war: Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein. (Römer 8, 31)
Wegen seiner großen Verdienste im Bildungswesen galt Melanchthon schon zu Lebzeiten als Praeceptor Germaniae, Lehrer Deutschlands. Sein Grabmal ist in der Wittenberger Schlosskirche.
  Drei wissenschaftliche Reden von Kurt-Victor Selge, Kirchengeschichtler, Reimer Hansen, Neuzeithistoriker, und Christof Gestrich, Systematischer Theologe, vorgetragen am Melanchthon-Dies der Theologischen Fakultät in der Humboldt-Universität zu Berlin am 23. April 1997, gibt es als pdf-Datei bei der Humboldt-Universität zu Berlin.
  Zum Melanchthon-Jahr 1997 erstellte die Kommunale Datenverarbeitungsgesellschaft der Lutherstadt Wittenberg eine nette Melanchthon-Seite.
Philipp Schwarzerdt (griechisch: Melanchthon) wurde als erstes von fünf Kindern geboren und zu Ehren des Landesherren Philipp genannt. Der Vater war Meister der Geschützgießerei sowie des Plattnerhandwerks - der Kunst, möglichst leichte, aber dennoch feste Rüstungen zu schmieden; er wurde ins Amt des kurfürstlichen Rüstmeisters erhoben. Melanchthons Mutter stammte aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie, ihr Vater sorgte für eine gründliche Ausbildung des Sohnes. Als Melanchthons Vater sowie sein Großvater starben, war für den Elfjährigen die Kindheit beendet.
Philipp besuchte die Lateinschule in Pforzheim; als Klassenbester bekam er die Möglichkeit, auch die griechische Sprache zu erlernen. 1509 verlieh ihm Johannes Reuchlin den Humanistennamen Melanchthon; er soll gesagt haben: Schwarzerdt heißt du, ein Grieche bist du, griechisch soll auch dein Name lauten. Schon mit zwölfeinhalb Jahren konnte Philipp die Universität Heidelberg besuchen, er beendete sein Studium 1511, zum frühest möglichen Zeitpunkt. Als er 1512

Donnerstag, 23. März 2017

Und noch einmal das Glück

Es gibt drei Symbole, die ganz besonders für Glück stehen.


Das Glück hat einen Ringelschwanz. Schon in der Antike war das Schwein eine Art Glücksbringer. Griechen und Römer  opferten Schweine den Göttern, um diese freundlich zu stimmen. Schweine galten als Zeichen für Reichtum und Wohlstand - in Notzeiten hatte man immer etwas zu essen Und dann gibt es noch die Redewendung  "Schwein gehabt". Sie soll auf einen Brauch zurückgehen: Bei Wettkämpfen bekam der Verlierer ein Schwein als Trostpreis, er hatte also Glück, ohne es verdient zu haben.



Das Glück kommt angeflogen. Der Legende nach gab es vor Hunderten Jahren eine schlimme Plage.
Ungeziefer machte sich über die Ernte her, den Menschen drohte großer Hunger. Da beteten die Menschen zur Heiligen Maria. Sie soll ihnen daraufhin einen Schwarm kleiner Käfer geschickt haben. Diese fraßen das Ungeziefer auf. Die Ernte war gerettet und die Menschen hatten etwas zu essen. Glück gehabt! Seither gelten Marienkäfer als Glücksbringer.





Das Glück ist schwer zu finden. Sie sind nicht nur extrem selten, sondern auch superschwer zu entdecken: vierblättrige Kleeblätter. Man muss also richtig Glück haben, um eines zu finden. Wohl deshalb gelten Kleeblätter schon ewig als Glücksbringer. Nach einer Legende  soll Eva ein vierblättriges Kleeblatt aus dem Paradies  mitgenommen haben.

Es gibt noch vielmehr Glücksbringer. Ich möchte es bei diesen bewenden lassen.





Mittwoch, 22. März 2017

Dies und Das über das Glück

Jeder wünscht es sich, doch die wenigsten behaupten es wirklich zu haben: Glück. Dabei ist es häufig nur eine Frage der Wahrnehmung.
Es gibt Anleitungen zum Glücklich sein, manche Menschen behaupten das Glück gepachtet zu haben, andere wünschen sie hätten es. Doch im Grunde muss zunächste eine Frage beantwortet werden, um dem Phänomen auf die Spur zu kommen: Was ist Glück?
"Das Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille, zu leben, indem man die Bedingungen des Lebens annimmt.", definierte der französische Schriftsteller Maurice Barrès (1862 - 1923) einst den Begriff "Glück". Im Buthan wurde das Glück sogar zum wichtigsten Staatsziel ernannt. So sagte der König Buthans in den 70er Jahren: "Das Bruttonationalglück ist wichtiger, als das Bruttoinlandsprodukt."
Was ist Glück?
Das subjektiv beeinflussbare und wahrgenommene Glück in einer Definition als objetive Sache zu beschreiben ist schier unmöglich. Doch versuchten bereits in der Antike Menschen das "Glück" und seine Hintergründe zu erfassen.
So schrieb beispielsweise Aristoteles ein Buch, das sich mit der Glückseligkeit beschäftigt, die "Eudaimonia". In dieser schrieb er: Glückseligkeit ist "das vollkommene und selbstgenügsame Gut und das Endziel des (menschlichen) Handelns." Zuvor behauptete Platon, dass der Mensch nur glücklich sein kann, wenn die drei Teile der menschlichen Seele, Vernunft, Wille und Begehren im Gleichgewicht sind.
Glück ist nicht gleich Glück
Heute vertritt man im Allgemeinen die Ansicht, dass man selbst "seines Glückes Schmied" ist und das Glück das Zusammenspiel von bewusst getroffenen Entscheidungen und Zufällen ist.
In der heutigen Glücksforschung werden zwei Glücksarten unterschieden: das Lebensglück und das Zufallsglück.
Einfluss auf das Lebensglück haben Faktoren wie Familie, Liebe, Beruf, Finanzen und Freizeit. Aspekte, die man teils selbst beeinflussen kann, und teils von der Gesellschaft abhängig sind.
Das Lebensglück kann aber auch eine Art des Wohlfühlens sein, das einem ein glückliches Gefühl gibt. Zum Beispiel wenn man sich wirklich Zuhause fühlt, einen tollen Freundeskreis hat oder mit seiner Familie sorgenfrei lebt.
Ein anderer Ansatz: Persönlichkeitspsychologische Glückskonzepte beschreiben das Lebensglück als "harmonischen Zusammenwirken aller Gefühle einer gut organisierten Persönlichkeit". Sodass auch wenn sich Lebensumstände (Familie, Arbeit etc.) wandeln, das persönliche Lebensglück relativ unverändert bleibt. Lebensglück wird hier folglich als stabile Persönlichkeitseigenschaft gesehen.
Das Zufallsglück lässt sich, wie der Name schon sagt, nicht beeinflussen. Das Zufallsglück ist das ganze Leben lang von Bedeutung und kommt plötzlich und unerwartet. Heinrich Heine dichtete zum Zufallsglück folgende Zeile: "Es küsst dich rasch und flattert fort."
Im Allgemeinen beeinflussen Glücksfaktoren das persönliche Lebensglück. Drei dieser Faktoren sind:
Finanzen
Weltweit glauben Menschen, dass Sie glücklicher werden, wenn Ihr Einkommen steigt. Und es ist tatsächlich nicht abzustreiten, dass Geld einen Teil der Sorgen, die man im Alltag hat, in Luft auflösen kann. Die Miete kann abgebucht, die Versicherung bezahlt und der Kühlschrank gefüllt werden - folglich die Körper- und Sicherheitsbedürfnisse nach Maslow erfüllt werden. Doch was durch Geld unbefriedigt bleibt sind die sozialen Bedürfnisse. So sagt man im Volksmund: "Freunde kann man nicht kaufen." - und so macht Geld allein sicherlich nicht glücklich.
Arbeit
In der heutigen Arbeitswelt steigen die Anforderungen, gleichzeitig werden die Arbeitsbedingungen schlechter. Arbeit bedeutet im allgemeinen Sicherheit. Doch wenn man in einem gewissen Maß auf Sicherheit verzichten kann, wird man bald merken, dass man Freiheit gewinnt. Sei   zudem ehrlich und teile  deine  Bedürfnisse der Umwelt mit.
Persönliche Freiheit
Die persönliche Freiheit wird durch gesellschaftliche Verpflichtungen stark beeinflusst, doch muss man sich davon nicht lenken lassen. Denn ob du mit 30 schon eine Familie gründen, mit 35 das erstes Haus bauen und mit 40 das zweites Auto kaufen  willst, entscheidest  nur du. Wenn du mit 45 dein Hobby zum Beruf machen willst, dann tue es. Wenn du mit 60 das Haus verkaufen möchtest, um mit einem Boot um die Welt zu segeln, dann kann dir das keiner verbieten. Nur du bestimmst dein Leben - doch allzuhäufig vergessen wir dies.
Weitere Glücksfaktoren können das soziale Umfeld, familiäre Bedingungen und Gesundheit sein.

Tipps zum Gücklichsein
  • Gib  dem Glück eine Chance: Wenn man eine offene und offensive Haltung gegenüber dem Leben einnimmt, stellen sich häufiger unerwartete Ereignisse ein, die dem Leben zum Positiven wenden kann.
  • Mach dich sich frei von gesellschaftlichen Normen: Wenn man Etwas nicht mehr will (den aktuellen Beruf ausüben, dem Hobby nachgehen etc.), dann muss man überlegen, wie man die Situation ändern kann und sollte es umsetzen.
  • Lerne über deine Missgeschicke oder dein Pech zu lachen, dann wirst du merken, dass du auch schwierige Situationen besser meistern kannst.
  • Suche  nicht nach der Liebe, wenn es an der Zeit ist wird sie bei dir anklopfen. Genieße  in der Zwischenzeit die Geborgenheit des Freundeskreises. Wer weiß, was man sonst alles verpasst.
(Quelle: Vortrag in der VHS )

Wenn es nur so einfach wäre, mit dem Glücklichsein. Jede/r muss herausfinden, was für ihn selbst am besten ist. Und vor allen Dingen, wie man selbst das Glück annimmt und definiert. Aber alles in allem war es ein interessanter Abend.





Ich darf auch von Glück sagen, dass

Nicole B.

an den Neckarstrand gefunden hat. Nimm Platz und fühl dich wohl hier.

Dienstag, 21. März 2017

Dies und Das über Begriffe, die verschwinden

Sprache dient der Beschreibung der Welt. Und da sie sich ständig ändert, sind auch die Wörter im Wandel. Neue Begriffe entstehen, andere verschwinden. Wenn sie aus dem täglichen Sprachgebrauch erst einmal herausfallen, verschwinden sie irgendwann ganz.

Das Buch der fast vergessenen Wörter - Cnyrim, Petra 

Petra Cnyrim hat ein Buch herausgebracht, das wirklich lesenswert ist. Sie möchte hierin an schöne alte Begriffe erinnern und sie vor dem Vergessen bewahren.

Gardinenpredigt
Schon das Wort Gardine für Vorhang ist nicht mehr ganz zeitgemäß. Wer keine Gardine hat, kann auch keinen Gardinenpredigt mehr halten. Abgeleitet ist das Wort von den Strafpredigten der Mönche und Priester im 14. Jahrhundert, die so den Menschen  das Schlechte der Welt und die Sündhaftigkeit vor Augen führen. Später wurde es übertragen auf Gattinnen, die hinter der Gardine auf den verspätet heimkehrenden, angetrunkenen Mann warteten, um ihm bei seiner Ankunft alle Verfehlungen vorzuhalten. Später übertrug man den Begriff auf alle Formen der Maßregelung.

Rotzlöffel
Einen frechen Jungen nennt Cnyrim Bengel. Das kann noch liebevoll gemeint sein - im Gegensatz zum Schimpfwort Rotzlöffel für einen unverschämten Jungen oder jungen Mann, der sich im übertragenen Sinn  noch nicht einmal selbst die Rotznase  abwischen kann.

blümerant
So wurde Damen im 19. Jahrhundert, wenn sie kurz vor der Ohnmacht standen. Das französische  "bleu mourant"    (blassblau) beschreibt die Gesichtsfarbe eines Menschen, dem die Luft wegbleibt. So übel ist uns heute nicht mehr, uns wird schlimmstenfalls flau im Magen.

Backfisch
Dieses Wort mag Petra Cnyrim besonders. So wurden früher junge Mädchen genannt. Dieser Begriff
stammt aus dem Englischen und bezeichnet junge Fische, die zu klein waren und deshalb zurück (back) ins Meer geworfen wurden. Als Umschreibung einer noch nicht erwachsenen Frau taucht Backfisch schon 1773 in Goethes "Götz von Berlichingen" auf.

Schäferstündchen
Die Umschreibung einer intimen Begegnung ist noch älter als der Backfisch. In der Schäferdichtung des 18. Jahrhunderts  träumten Adlige vom idyllischen Leben und der Liebe in freier Natur. So wurde der Begriff, der erstmals 1711 auftaucht, gleichzeitig Ausdruck einer paradiesischen Flucht aus dem Alltag.   

Schabernack
Die Bezeichnung eines übermütigen Streichs könnte nach einer Vermutung mit dem Schaben oder Scheren des Nackens zu tun haben, früher Strafe für einen Rechtsbruch. Insofern kann ein Schabernack weitreichende rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.