Samstag, 18. November 2017

Immer weniger Vögel in Deutschland

Naturschützer machen sich Sorgen. Denn es gibt immer weniger Vögel in Deutschland. In nur zwölf Jahren ist die Zahl der Brutpaare um viele Millionen kleiner geworden. Besonders stark ist der Star betroffen. Aber auch von den Haussperlingen, Wintergoldhähnchen und Buchfinken zum Beispiel fliegen immer weniger herum.





Den Grund dafür sehen die Naturschützer vor allem in der Landwirtschaft. Denn heute werden Felder oft anders genutzt als früher. Landwirte bauen viel Mais und Raps an. Dafür brauchen sie mehr Platz. Deshalb sind viele Wiesen und Weiden verschwunden. Diese sind aber immens wichtig für die Vögel. Dort finden sie Nahrung und ziehen ihre Jungen groß. Außerdem gibt es bei uns weniger Insekten. Diese gehören aber zur Lieblingsspeise vieler Vögel.



Das Glück muss entlang der Straße gefunden werden,
nicht am Ende des Weges.
(David Dunn)





Donnerstag, 16. November 2017

Dies und Das aus Omas Wissenskiste

Gerade in dieser Zeit, wo Erkältungen um sich greifen, sind ein paar Hinweise aus Omas Kiste nicht zu verachten:

Petersilie bringt den Kreislauf in Schwung
Man wacht auf und uns wird schwindelig. Es fehlt an Energie und man fühlt sich tagsüber schläfrig und matt. Dagegen hilft Petersilie: 
10 Stengel mit Blättern in 1 l Weißwein 5 Minuten kochen. 2 Esslöffel Apfelessig  und 1 Teelöffel Honig dazugeben. In eine Flasche umfüllen und ein paar Tage stehen lassen. 2 mal täglich ein Schnapsglas vor dem Essen trinken.

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Ringelblume beschleunigt Wundheilung
Entzündungen im Mund- und Rachenraum oder Wunden, die einfach nicht heilen wollen - das sind die Einsatzgebiete, bei denen eine einheimische Heilpflanze zur Höchstform aufläuft. Die leuchtenden Blüten der Ringelblume hemmen Entzündungen, fördern die Wundheilung, töten Bakterien und Viren ab. Zur Wundreinigung: 2 TL Blüten ohne Kelch mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen und abkühlen lassen..
Schlecht heilende Wunden reibt man am besten mit Ringelblumenöl ein. Dazu füllt man ein Schraubglas
mit 3 EL Blüten und übergießt sie mit einem Pflanzenöl unserer Wahl. Sechs Wochen an einem warmen Ort stehen lassen, täglich schütteln. Durch ein Tuch in eine dunkle Flasche abfiltern, kühl und trocken lagern.

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Eicheln senken den Blutzucker
Mehr als eine Alternative zu Filterkaffee: Eichelkaffee hilft nicht nur bei Magen-Darm-Problemen sondern auch bei erhöhtem Blutzucker.
Dafür frische Eicheln mit heißem Wasser übergießen und abseihen. Wiederholen, bis das Wasser klar bleibt. Die getrockneten und gehackten Bohnen im Backofen bei 200 Grad rösten. Pro Tasse 1 TL Kaffee mit 200 ml Wasser aufbrühen, 5-10 Minuten ziehen lassen.
Meine persönliche Meinung: Schmeckt nicht berauschend - Aber er hilft! Habe es ausprobiert.

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Malve lindert den wunden Hals
Bei wundem Hals verschafft ein Malventee baldige Besserung. Damit die Schleimstoffe erhalten bleiben, muss er unbedingt kalt angesetzt werden. Die Blüten mit Wasser übergießen und für mindestens zwei Stunden ziehen lassen - besser über Nacht. Dabei gelegentlich umrühren, dann abseihen. Kalt oder warm gemacht in kleinen Portionen langsam schlucken.

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Gegen Schmerzen der Seele
gibt es nur zwei Arzneimittel:
Hoffnung und Geduld.
(Pythagoras)


Mittwoch, 15. November 2017

Dies und Das über ein Stück Kulturgeschichte

Die Esskastanie wurde zum  "Baum des Jahres" gekürt.
Die Esskastanie mit ihren kugelig-braunen Früchten ist der Baum das Jahres 2018. Nach der Fichte wird damit eine Baumart ins Bewusstsein gerückt, die in Deutschlands Wäldern nicht überall ins Auge sticht, wie die Stiftung Baum  des Jahres mitteilte. Esskastanien wachsen vor allem in Weinbaugebieten wie der Pfalz, bundesweit aber auch in vielen Parks und Gärten.

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Die Esskastanie hat eine recht junge Geschichte in unseren Breiten. Sie gilt zwar nicht als heimische Baumart, gehört aber zumindest in Südwestdeutschland längst in die Kulturlandschaft.
Esskastanien können rund 30 Meter hoch und mehrere Hundert Jahre alt werden. Die großen Höhlen  alter Bäume sind auch bei Waldbewohnern beliebt - für die Wildkatze sind sie zum Beispiel bevorzugte Wurfplätze. Die reiche Blüte bietet im späten Frühjahr einer Vielzahl von Insekten Nahrung.
Die Römer brachten die Esskastanie über die Alpen in germanische Gefilde - vor allem an den Rhein, Nahe, Mosel und Saar. Anders als die Rosskastanie, die zu den Seifenbaumgewächsen gehört, ist die Baumart eng mit Buchen und Eichen verwandt. Esskastanien  und ihr Holz waren früher wichtig für den Weinbau, zum Beispiel für Weinfässer. Noch bedeutsamer aber wurden die Früchte, die zu den Nüssen zählen, als Vorratsreserve. Maronen - das sind die Früchte speziell veredelter Bäume - waren mit ihrem hohen  Gehalt an Stärke oft ein lebensrettendes Lebensmittel für Hungerwinter.
Geröstete Maronen sind als Spezialität auf Weihnachtsmärkten und als Füllung für die Weihnachtsgans bekannt. Eine Renaissance  erlebten Esskastanien zuvor in den Küchen Frankreichs,
Italiens und der Schweiz. Dort kommen sie geröstet, geschmort oder als Püree auf den Tisch, aber auch in Form von Marmelade, Pudding oder Kuchenfüllungen.






Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat,
der wäre auch nicht mit dem zufrieden, was er haben möchte.
(Berthold Auerbach)


      




     

Dienstag, 14. November 2017

Das ist wirklich spannend.....

Am Samstag sahen wir eine kleine Maus auf der Veranda von meinem Förster-Freund. Das war der Anstoß, dass er mir von der  "Pizza-Maus"  erzählte.
Das üppige Fast-Food-Angebot  New Yorks könnte zur Entstehung einer daran angepassten neuen Mäuse-Art führen. Dieser Überzeugung sind US-Wissenschaftler, die Stadtmäuse  und ihre Landverwandschaft genetisch untersuchten. Es gibt bereits Erbgutunterschiede in Bereichen, die bei der Verdauung und anderen Stoffwechselprozessen eine Rolle spielen. Zudem hatten die Stadtmäuse eine größere Leber.
Stephen Harris von der State University und Jason Munshi-South von der Fordham University in New York hatten in Stadt-Parks und ländlichen Gegenden 48 Weißfußmäuse gefangen und untersucht. Unterschiede fanden sich zum Beispiel bei Genen, die für die Verarbeitung von Fettsäuren bedeutsam sind.
Die Forscher nehmen an, dass nach vielen von kalorienreichen Essensresten lebenden Generationen eine Art  "Pizza-Maus"  entstehen könnte, die speziell an die Verwertung ungesunden Fast-Foods angepasst ist. Sie geben aber selber zu bedenken, dass die Zahl untersuchter Tiere viel zu klein ist,um gesicherte Aussagen treffen zu können. Es laufen derzeit mehrere Studien  zu solch  schnellen Anpassungen von Lebenwesen. "Sie bieten uns eine richtig coole Möglichkeit, evolutionäre Anpassungen zu unternehmen, während sie gerade passieren."
Immer mehr Wildtiere erobern unsere Städte auf der Suche nach Nahrung. Und sie finden diese auch. Ob ihnen die Nahrung immer bekommt, bleibt abzuwarten.


Wer Menschenkenntnis besitzt,
ist gut, wer Selbsterkenntnis besitzt,
ist erleuchtet.
(Chinesisches Sprichwort)


Montag, 13. November 2017

Dies und Das über die Eiszeithöhlen auf der Schwäbischen Alb

Das in Krakau tagende Unesco-Komitee nahm die Höhlen der ältesten Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb in die begehrte Welterbe-Liste auf. 
Die sechs Höhlen in Baden-Württemberg gelten als eines der wichtigsten Ausgrabungsgebiete für Archäologen - sie bergen nämlich einige der ältesten Kunstwerke der Menschheit: aus Stoßzähnen gefertigte Miniaturen von Wildpferden, Mammuts, Löwen, Bären und Vögeln sowie Flöten aus Vogelknochen. Zeugnisse einer besonders  wichtigen Phase  der Menschheitsentwicklung, wie Experten betonen. Darüber waren sich auch sich auch die Welterbe-Experten einig. Einwände gegen die Nominierung gab es keine, stattdessen wurde  den deutschen Unesco-Delegierten überschwänglich gratuliert.
Jubel herrschte nicht nur in Polen. "Die Auszeichung ist eine große Ehre", freute sich auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried  Kretschmann über den Titel. "Die einzigartigen Fundstätten auf der Schwäbischen Alb zeigen, dass die Wiege der Kunst  und der Musik im Ach- und Lonetal zu finden ist",  fügte er hinzu. Der Unesco-Titel verpflichte Baden-Württemberg nun, dieses kulturelle Erbe der Menschheit zu erhalten, sagte er
Wer die Höhlen besucht, begibt sich  auf eine Tour zurück in eine Zeit, da der anatomisch moderne Mensch, der Homo sapiens, sich aufmachte, Kunstwerke, Schmuck sowie Musikinstrumente zu schaffen. Seit sich Forscher Mitte des 19. Jahrhunderts auf der Alb ans Graben machten, förderten sie etliche  Zeugnisse eines menschlichen Wirkens zu Tage, das vor rund 40 000 Jahren erstmals klar über Verrichtungen zur Lebens- und Arterhaltung hinausging: Instrumente und Statuen, darunter auch  der 31 Zentimeter  große  "Löwenmensch" - ein Mischwesen zwischen einem aufrecht stehenden Menschen und einem Löwen, der davon zeugt, dass sich bereits Eiszeitmenschen mit mystischen Glaubensvorstellungen beschäftigen.
In den Eiszeithöhlen fanden Forscher auch die als älteste Frauenfigur geltende  "Venus vom Hohle Fels" - die rund 40 000  Jahre alte Dame wurde 2008 bei Grabungen in der Hohlefels-Höhle entdeckt.
(Quelle: Auszüge aus einer Dokumentation von Thomas Burmeister und Natalie Skrzypczak)

(Foto von Kreta)

Nicht die Glücklichen sind dankbar.
Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.
(Sir Francis Bacon)

Samstag, 11. November 2017

Ein weiteres Kraut aus dem Kräuterbuschen


Es handelt sich um das älteste Kraut aus dem Kräuterbuschen oder Würzwischen. Je nach Gegend gab es bestimmte Vorschriften, wie ein solcher "Buschen"  auszusehen hatte. Allen Buschen oder Würzwischen gemein war die Verwendung  einer bestimmten Anzahl von Kräutern. 7 (die Schöpfungstage und alte heilige Zahl), 9 (also dreimal drei für die heilige Dreifaltigkeit. 12, 15, 24 oder gar 99 Kräuter fanden sich in den Sträußen.

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Im Zeichen einer wiedergefundenen Wertschätzung von Heilkräutern ist es durchaus sinnvoll, den Brauch der Kräutersegnung wieder zu pflegen; dies freilich ohne die magischen Vorstellungen unserer Vorfahren. Zur Abwehr von Blitzschlag ist ein Blitzableiter sinnvoller als das Verbrennen von Kräutern. Wenn die Kräuter im Festgottesdient von Maria Himmelfahrt  gesegnet werden, so soll dies der Dank an Gott für die Kräuter mit ihren heilenden Kräften sein.
Die Wurzeln der Kräuterweihe reichen weit zurück. Zuerst wurden mit einem Kräuterbuschen Natur- und Erntedankfeste zu Ehren verschiedener Götter gefeiert. Um 745 wurde erst die Kräuterweihe verboten, dann unter den Segen Marias gestellt. Seitdem feiert man die Kräuterweihe an Maria Himmelfahrt.
Helfen sollten die geweihten Kräuter besonders in Form einer Teezubereitung gegen mögliche Verzauberung des Viehs, bei Gewitter und Krankheit, für eine gute Ernte, Eheglück und vieles mehr. Das ganze Jahr über nahm man auch vom Kräuterbuschen, um zu räuchern. Heute hat der Buschen nicht mehr die Aufgabe, Krankheiten zu heilen. Er stellt vielmehr eine Brücke zu den Bräuchen und dem Wissen der Vergangenheit her.

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In einem Angelsächsischen Kräutersegen steht  die "Mugwurz", wie der Beifuß auch genannt wird, an erster Stelle.
"Erinnere dich Beifuß, was du verkündetest. Was du anordnetest in feierlicher Kundgebung. Una heißest du, das älteste der Kräuter. Du hast Macht gegen 3 und 30. Du hast Macht gegen das Übel, das über das Land dahinfährt." Heute  oft nur noch als Gewürz zu fettem Gänse- oder Entenbraten verwendet, war er für unsere Vorfahren eine machtvolle Schutz-, Heil- und Zauberpflanze.
Beifuß gehört zum Kräuterbuschen aber auch in den Räucherwisch bei den Raunächten im Winter. Zur Sommersonnenwende wurde ein Gürtel als Beifuß getragen, der danach ins Feuer geworfen wurde. Damit sollte alles Unheil des vergangenen Jahres ausgelöscht sein.
Müde Wanderer legten sich Beifußblätter in die Schuhe, um lange Wegstrecken besser bewältigen zu können und um vor dem Biss wilder Tiere gefeit zu sein.. Hier zeigt sich die magische Verwendung als Schutz- und Zauberpflanze. Bereits vor 70 000 Jahren verwendeten die Neandertaler auf dem Gebiet des heutigen Irak die Pflanze als Beigabe bei Bestattungen.
Im botanischen Namen Artemisia verbirgt sich die griechische Göttin Artemis, Schutzgöttin der Frauen, zusständig für Geburt, Heilung und Fruchtbarkeit. Nebenbei ist sie auch noch Patronin der wilden Tiere, aber auch der Jagd.
Im Germanischen Mugwurz steckt das Wort mug - wärmend. Das weist auf die wärmenden Eigenschaften der Pflanze hin. In der chinesischen Medizin ist Beifuß als Moxakraut bekannt. Frauenwurz oder Machtwurz zeigt die Verwendung als Frauenpflanze an. Also eine Pflanze, die es verdient, wieder mehr in unser Bewusstsein zu kommen. Kein Wunder, dass sie in den Kräuterbuschen gehört, in den Frauen heilkräftige Pflanzen zum Schutz gegen Unheil binden.
Beifußöl ist ein altes Rezept bei schweren müden Beinen:Frisches Beifußkraut vor der Blüte gesammelt, gibt man in ein verschließbares Glas und gießt es mit hochwertigem biologischem Pflanzenöl (z.B. Sonnenblumenöl) auf. Alle Pflanzenteile sollten von dem Öl bedeckt sein, sonst kann es zu Schimmelbildung führen. Das Glas verschließen und ca. drei bis vier Wochen an einem sonnigen Fensterplatz stehen lassen. Öfters schütteln. Danach abfiltern, in kleine Flaschen abfüllen und kühl lagern. Dieses Öl wirkt wunderbar wärmend und entspannend, wenn man die Füße nach einer langen Wanderung oder nach langen Stehzeiten massiert.



Wir haben verlernt, die Augen
auf etwas ruhen zu lassen,
deshalb erkennen wir so wenig.
(Jean Giono)

Donnerstag, 9. November 2017

Dies und Das über die Anwältin der Bedrängten

Am 8.  Juli 1867 wurde Käthe Kollwitz in Königsberg geboren. Sie verbrachte mit ihren drei Geschwistern eine glückliche Kindheit. Ihr Vater Carl Schmidt  war Bauunternehmer, ihre Mutter Katharina die Tochter des evangelischen Theologen Julius Rupp. Die angehende Künstlerin heiratete 1891 den Berliner Kassenarzt Karl Kollwitz. Das Paar bekam die Söhne Hans und Peter.
"Ich soll das Leiden der Menschen aussprechen". Mit diesen Worten beschrieb die Grafikerin und Bildhauerin  Käthe Kollwitz ihre Lebensaufgabe. Wegen dieser sozialen Haltung ist die Künstlerin hoch geachtet, wird aber auch als  "Schmerzensmutter der Nation" bespöttelt. Doch ihr Sohn Hans sagte: "Was konnte die Mutter lachen und wie sehnte sie sich zu lachen."

Trotz Mutterpflichten  setzte die Arztfrau am Küchentisch ihre künstlerische Arbeit fort. Mit dem druckgrafischen Zyklus  "Ein Weberaufstand" feierte sie ihren ersten Erfolg. Er war 1899 in der Deutschen Kunstausstellung Dresden zu sehen - und Max Lehrs sorgte dafür, dass Käthe Kollwitz die Kleine Goldmedaille erhielt.
Als Leiter des Dresdner Kupferstich-Kabinetts war Max Lehrs der erste Museumsmann, der Werke von Käthe Kollwitz in eine öffentliche Kunstsammlung aufnahm. Wiederholt bat er die Künstlerin, ihm Probe- und Zustandsdrucke zu überlassen. So besitzt das Kupferstich-Kabinett einzigartige Abzüge auf denen Käthe Kollwitz die weiteren Schritte der Bearbeitung notiert oder Änderungen eingezeichnet hat. Sie gehören zusammen mit Selbstbildnissen aus allen Lebensabschnitten zu den Attraktionen der Sonderausstellung, mit der das Kupferstich-Kabinett ab Oktober den 150. Geburtstag der Künstlerin feiert.
Während eines Studienaufenthaltes 1904 in Paris machte sich Käthe Kollwitz mit den Grundlagen der Bildhauerei vertraut. Der rang sie mit dem 1932 vollendeten Mahnmal der  "Trauernden Eltern" ihr ergreifendstes Werk ab. Den Anstoß zu ihm gab der schwerste Schicksalsschlag ihres Lebens: der Tod des Sohnes Peter. Der 18 Jahre alte Kriegsfreiwillige fiel 1914 in Flandern. Daraufhin wandelte sich Käthe Kollwitz zur engagierten Pazifistin. Eines ihrer bekanntesten Plakate fordert  "Nie wieder Krieg!" (1924). Ein anderes klagt:  "Deutschlands Kinder hungern!" (1923). "Ich bin einverstanden damit, dass meine Kunst Zwecke hat. Ich will wirken in dieser Zeit, in der die Menschen so ratlos und hilfsbedürftig sind."
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Die  Nationalsozialisten verdüsterten die letzten Lebensjahre der Künstlerin. Sie nötigten Käthe Kollwitz zum Austritt aus der Akademie der Künste und sorgten für die Entfernung ihrer Arbeiten und Ausstellungen. Doch sie setzte ihr Schaffen unverdrossen fort. Ihr letztes Werk ist die 1943 geschaffene Plastik  "Zwei wartende Soldatenfrauen". Das Gipsmodell ist im Sterbezimmer der Künstlerin ausgestellt.
Im Juli 1944 war Käthe Kollwitz auf Einladung des sächsischen Prinzen Ernst Heinrich nach Moritzburg bei Dresden gezogen. Hier bewohnte sie zwei Zimmer im  "Rüdenhof", wo sie dann am 22. April 1945 starb. Das inzwischen zur "Gedenkstätte Käthe-Kollwitz-Haus" ausgebaute Anwesen ist ihr einziger erhaltener Wohnsitz.
Die Dauerausstellung berichtet über Leben und Werk der Künstlerin. Ihre Enkelin Jutta Bohnke-Kollwitz urteilte anlässlich der Eröffnung der Gedenkstätte: "Hier ist eine Form von Lebensauthentizität erhalten geblieben. Ich denke, hier im Rüdenhof kann man Käthe Kollwitz begegnen: in ihrer Kunst, in ihrem Ernst, in ihrer Menschlichkeit"
(Quelle: "Käthe Kollwitz" von Alexandra von dem Knesebeck)


Ist es nicht sonderbar, dass die Menschen
so gerne für die Religion fechten und
so ungern nach ihren Vorschriften leben?
((Georg C. Lichtenberg)

Ich freue mich sehr, dass ich

La casetta delle mera voglie

hier begrüßen darf. Nimm Platz und fühle dich wohl hier.